Weihnachtskrimi: Stille Nacht, eisige Nacht – Teil #17

Lesen und Spenden - mit dem Hallertauer Adventskrimi von Christiane Fux! Begleitet Kommissar Reineder durch seinen mysteriösen Fall, die Hallertau und unsere 24 Türchen. Und wenn es euch gefallen hat, schließt euch unserer Autorin an, die ihr Honorar ganz im Geiste der Weihnacht für ein Kinderhospiz spendet.

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Allgemein von hallertau.de, Dezember 17, 2019

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Teil 17

Bibi und Reineder stapften im Morgengrauen durch den Wald. Es war nach wie vor saukalt und Reineder, der keine Handschuhe dabei hatte, vergrub die Hände tief in den Taschen. „Da ist es“, wisperte Bibi. Die ehemalige Forsthütte, die das Ziel ihrer Expedition war, duckte sich im Schatten hoher Tannen. Sie war aus Holz erbaut. Von dem einstigen Anstrich waren nur noch spärliche Überreste zu erahnen, die Dachschindeln voller Moos und Flechten. Nebelschwaden waberten durchs Dickicht. Sie hatten den Wagen ein gutes Stück weit weg stehenlassen, um den etwaigen Bewohner der Hütte nicht aufzuschrecken.
Johannes Brunners Großmutter hatte früher dort gewohnt, war der Frau des Verdächtigen eingefallen. Und dass er sich eventuell dort verkrochen hatte, so pleite wie er war. Das hatte sie dem Kommissar erzählt, als er sie am frühen Morgen endlich erreicht hatte. Nachdem sie ihm am Vorabend eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen hatte, war er vom Weihnachtsmarkt aus direkt zu ihr gefahren, hatte das Haus aber leer vorgefunden. „Die ist sicher bei ihrem neuen Freund“, hatte ihm eine auskunftsfreudige Nachbarin mitgeteilt, die zu später Stunde noch ihren dicken Dackel spazieren führte. Reineder hatte Bibi angerufen und sich aufgeregt: „Die Frau kapiert einfach nicht, dass es hier um Leben und Tod gehen könnte. Wenn dieser Metzger tatsächlich jemanden entführt und dem die Hand abgetrennt hat, dann ist dem doch alles zuzutrauen. Und was sagt die mir? ‚Dazu hat der Joe doch gar nicht den nötigen Mumm‘.“ Er hatte wütend geschnaubt.
„Wenigstens haben wir einen Anhaltspunkt“, hatte Bibi gesagt. Und so standen sie nun im tief im Dürnbucher Forst, einem großen Waldgebiet nördlich von Mainburg. Reineder fröstelte. Ihm gefiel das Dickicht zu beiden Seiten des Weges nicht. Dort konnte sich alles Mögliche verstecken. Ein wütendes Wildschwein etwa. Oder ein Axtmörder.
„Sieht ziemlich verlassen aus“, stellte Bibi fest.
„Riechst du das nicht? Hier hat vor Kurzem noch ein Holzfeuer gebrannt.“
„Na dann wollen wir mal.“ Sie holte ein Gerät aus gelbem Plastik aus ihrem Rucksack, schaltete es ein und richtet es auf die Hütte. Sofort erschienen auf dem Display der Wärmekamera bunte Schemen. Bibi runzelte die Brauen. „Hast‘ recht, das da könnte ein Ofen sein“, sagte sie leise.
„Und sonst?“
„Niemand. Zumindest kein lebender Mensch.“
Sie wechselten einen Blick. Den Durchsuchungsbeschluss hatte die Staatsanwaltschaft ihnen genehmigt, aber nicht den Einsatz eines Sonderkommandos.
„Peilen Sie erst einmal die Lage“, hatte die Staatsanwältin gesagt, „bislang haben wir lediglich einen Arm, aber niemanden, dem er fehlt.“
„Gehen wir rein“, sagte Reineder.
Die Tür war unverschlossen. Der Kommissar stieß sie behutsam auf. Dann trat er in die Dunkelheit des Hauses.


Die Autorin

Christine Fux (zur Website), aufgewachsen in Hamburg, lebt und schreibt seit mehr als 20 Jahren in München. Dank ortskundiger Freunde ist ihr inzwischen auch der besondere Charme der Hallertau vertraut. Die Medizinjournalistin hat bislang vier Kriminalromane rund um den ermittelnden Bestatter Theo Matthies im Piper-Verlag veröffentlicht. Nebenbei strickt sie raffinierte Dinnerkrimispiele für zuhause unter der Marke „Mörderische Dinnerparty“.

Das gesamte Honorar für diesen Adventskalender geht als Spende an die Stiftung „Ambulantes Kinderhospiz München“. Die in ganz Bayern tätigen Helfer unterstützen Familien mit schwerst- und todkranken Kindern, damit die kleinen Patienten statt im Krankenhaus im Kreise ihrer Familien versorgt werden können.

Wenn auch du dieses wichtige Projekt unterstützen möchtest, kannst du dich hier informieren: www.kinderhospiz-muenchen.de. Oder spende direkt und unkompliziert unter unserer personalisierten Spendenaktion „Lesen und Spenden – mit dem Hallertauer Adventskrimi!“.

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