Weihnachtskrimi: Stille Nacht, eisige Nacht – Teil #21

Lesen und Spenden - mit dem Hallertauer Adventskrimi von Christiane Fux! Begleitet Kommissar Reineder durch seinen mysteriösen Fall, die Hallertau und unsere 24 Türchen. Und wenn es euch gefallen hat, schließt euch unserer Autorin an, die ihr Honorar ganz im Geiste der Weihnacht für ein Kinderhospiz spendet.

hallertau.de
Allgemein von hallertau.de, Dezember 21, 2019

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Teil 21

Alois Danziger hatte sich am frühen Morgen zum Teichgut Einberg geschlichen und seine Angel ausgeworfen. Er hoffte, die Fische mit einem saftigen Happen aus ihrem winterlichen Dämmerzustand zu locken. Am Haken hing seine persönliche Kreation: Würmer, die er in einem mit Knoblauch kompostierten Mulch gehalten hatte. Er schwor auf das Rezept.
Natürlich war es verboten, unberechtigt in der Fischzucht zu angeln. Davon kündeten in Rot auch große Tafeln, die rings um die Becken aufgestellt waren. Aber ihm gefiel gerade der subversive Akt daran. Im Winter war hier ohnehin wenig los. Er landete seine Angel und warf einen zufriedenen Blick in den Eimer, in dem sich bereits zwei hübsche Forellen wanden. Schluss für heute! Er wollte sich gerade eine Pfeife anstecken. Doch dann öffnete sich überrascht sein Mund und die Pfeife plumpst ins Gras. Die Szene, die sich vor ihm abspielte, war aber auch ungeheuerlich. Ein ziemlich großer Mann kam auf einem ziemlichen kleinen Motorroller herangeschossen. Wenige Meter neben dem Angler flog er über die Wasseroberfläche und versank mit einem enormen Klatschen im Wasser. Und da kam auch schon ein Wagen herangerast. Er stoppte abrupt, die Türen flogen auf, zwei Menschen sprangen heraus und gafften auf die Wasseroberfläche. Doch von der stiegen nur noch Blasen auf.

Bibi fing sich als Erste. Sie eilte in Richtung Teich und riss sich bereits die Jacke von den Schultern.
Reineder lief ihr hinterher. „Willst du da etwa rein?“
„Wenn der Saukerl nicht von alleine rauskommt, muss ich ihn holen.“
Das konnte Reineder nicht auf sich sitzen lassen. Auch er begann sich nun aus seiner Winterjacke zu schälen.
„Kannst du überhaupt schwimmen?“
„Ich bitte dich“, sagte Reineder verbissen. Bibi schaute zweifelnd. „Lass mal, ich bin ausgebildete Rettungsschwimmerin. Übernimm du lieber den Notruf.“ Sie hatte gerade die Schuhe ausgezogen, da kam erneut Bewegung in das trübe Wasser. Eine schwarze Kugel durchstieß die Wasseroberfläche und bewegte sich aufs Ufer zu. Dann entstieg der gesamte Mann dem Wasser. Eine triefende Gestalt, wie das Monster in einem billigen Gruselfilm.
Reineder trat vor. „Herr Brunner?“
Das Teichmonster zog die Handschuhe aus und ließ sie fallen. Dann öffnete es den Verschluss eines Helms, zog ihn vom Kopf und spuckte aus. Bibi erkannte trotz seines derangierten Zustands den Schafkopfspieler wieder.
„Sie sind vorläufig festgenommen“, sagte Reineder.
Der Metzger beachtete ihn nicht. Er richtete seinen Blick auf Bibi. „Sie kenn ich doch“, knurrte er. In der Ferne hörten sie ein sich näherndes Martinshorn.


Die Autorin

Christine Fux (zur Website), aufgewachsen in Hamburg, lebt und schreibt seit mehr als 20 Jahren in München. Dank ortskundiger Freunde ist ihr inzwischen auch der besondere Charme der Hallertau vertraut. Die Medizinjournalistin hat bislang vier Kriminalromane rund um den ermittelnden Bestatter Theo Matthies im Piper-Verlag veröffentlicht. Nebenbei strickt sie raffinierte Dinnerkrimispiele für zuhause unter der Marke „Mörderische Dinnerparty“.

Das gesamte Honorar für diesen Adventskalender geht als Spende an die Stiftung „Ambulantes Kinderhospiz München“. Die in ganz Bayern tätigen Helfer unterstützen Familien mit schwerst- und todkranken Kindern, damit die kleinen Patienten statt im Krankenhaus im Kreise ihrer Familien versorgt werden können.

Wenn auch du dieses wichtige Projekt unterstützen möchtest, kannst du dich hier informieren: www.kinderhospiz-muenchen.de. Oder spende direkt und unkompliziert unter unserer personalisierten Spendenaktion „Lesen und Spenden – mit dem Hallertauer Adventskrimi!“.

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