Weihnachtskrimi: Stille Nacht, eisige Nacht – Teil #6

Lesen und Spenden - mit dem Hallertauer Adventskrimi von Christiane Fux! Begleitet Kommissar Reineder durch seinen mysteriösen Fall, die Hallertau und unsere 24 Türchen. Und wenn es euch gefallen hat, schließt euch unserer Autorin an, die ihr Honorar ganz im Geiste der Weihnacht für ein Kinderhospiz spendet.

hallertau.de
Allgemein von hallertau.de, Dezember 6, 2019

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden!

Teil 6

„Eine Plastiktüte? Eine leere Plastiktüte? Sonst habt ihr nichts gefunden? “ Kommissar Reineder blickte zweifelnd auf das zerfetzte Objekt, das auf seinem Schreibtisch lag.
„Hättest jetzt lieber eine gehäckselte Leiche gehabt?“, stichelte Kollegin Bibi.
„Da hätten wir wenigstens gewusst, woran wir sind“, knurrte er.
Reineder hielt sich den transparenten Asservatenbeutel vor die Augen. Das Fundstück bestand aus schlichtem weißem Plastik ohne Aufdruck, verschließbar mit einem Zippverschluss. Sie erinnerte ihn an die Frühstücksbeutel, die seit 9/11 einen enormen Aufschwung erlebt hatten, weil Millionen Fluggäste aus aller Welt die Flüssigkeiten ihres Handgepäcks darin präsentieren mussten. Nur war diese um ein Vielfaches größer und nicht transparent. In ihr klaffte ein Riss, der vermutlich auf das Konto der Wildsau ging, die sich daran zu schaffen gemacht hatte. Er hatte keine Idee, wozu man so etwas benutzte.
„Eine Plastiktüte, des is doch schon was“, sagte die Bibi aufmunternd. „Der Kurti, der hat da bestimmt eine Menge herausgefunden. Der bringt auch a Plastiktüten zum Reden!“
Der Kurti, genauer Kriminaltechniker Kurt Kranzler, bekam glühend rote Ohren, wie immer, wenn die Bibi ihn ansprach – was besonders putzig anzuschauen war, weil der Rest seines Gesichts kalkweiß blieb. „Allerdings“, sagte er ernst. Um es spannender zu machen, nahm er einen Schluck Kaffee, verschluckte sich dann aber heftig und bekleckerte sein Hemd, was den geplanten dramatischen Effekt zunichtemachte. Bibi und Reineder warteten mit überkreuzten Armen, bis er wieder Luft bekam.
„Also, was wir in jedem Fall schon sagen können ist, dass unsere Hand in dieser Tüte transportiert worden ist.“ Kurtis Stimme klang noch immer etwas krächzend.
„DNA-Abgleich? So fix?“ Die Bibi riss die grünen Kulleraugen auf.
Kurti schüttelte den Kopf. „Fingerabdrücke. In der Tüte sind Fingerabdrücke von der Hand.“
„Immerhin ein Anfang.“ Reineder nickte Kurti wohlwollend zu.
„Außen haben wir vor allem verschmierte Abdrücke einer anderen Person gefunden.“
„Dem Amputierer!“, triumphierte die Bibi.
„Oder der Kassiererin aus dem Supermarkt“, konterte Reineder.
„Na, a klassische Supermarkttüten ist des aber net!“
Tatsächlich hatte Reineder keine Ahnung, wo und wozu man solche überdimensionierten Zipp-Frühstückstüten verwendete. Vielleicht war das eine Spur?
„Habt ihr schon einen Abgleich der Abdrücke mit der Datenbank gemacht?“, wollte Bibi wissen.
Kurti zog bedeutungsvoll die Augenbrauen hoch. „Haben wir.“
„Und?“
„Nichts. Zumindest gilt das für die Abdrücke außen an der Tüte. Aber innen, da haben wir neben den Abdrücken des Opfers noch ein besonders schönes Exemplar gefunden.“
„Und?“
Kurtis Ohren begannen wieder zu leuchten. „Volltreffer!“, sagte er. Und dann eröffnete er ihnen, was es mit dem Verursacher des Fingerabdrucks auf sich hatte.


Die Autorin

Christine Fux (zur Website), aufgewachsen in Hamburg, lebt und schreibt seit mehr als 20 Jahren in München. Dank ortskundiger Freunde ist ihr inzwischen auch der besondere Charme der Hallertau vertraut. Die Medizinjournalistin hat bislang vier Kriminalromane rund um den ermittelnden Bestatter Theo Matthies im Piper-Verlag veröffentlicht. Nebenbei strickt sie raffinierte Dinnerkrimispiele für zuhause unter der Marke „Mörderische Dinnerparty“.

Das gesamte Honorar für diesen Adventskalender geht als Spende an die Stiftung „Ambulantes Kinderhospiz München“. Die in ganz Bayern tätigen Helfer unterstützen Familien mit schwerst- und todkranken Kindern, damit die kleinen Patienten statt im Krankenhaus im Kreise ihrer Familien versorgt werden können.

Wenn auch du dieses wichtige Projekt unterstützen möchtest, kannst du dich hier informieren: www.kinderhospiz-muenchen.de. Oder spende direkt und unkompliziert unter unserer personalisierten Spendenaktion „Lesen und Spenden – mit dem Hallertauer Adventskrimi!“.

Teile diesen Artikel mit deinen Freunden!