Straub schafft erneut den Landtagseinzug

Karl Straub von den Christsozialen setzt sich nach der gestrigen Landtagswahl gegen zehn Mitbewerber aus dem Pfaffenhofener Stimmkreis durch und behält somit sein Landtagsmandat. Für eine Überraschung sorgen die Grünen und die Alternative für Deutschland (AfD) beim Zweitstimmen-Ergebnis.

Bericht von Alfred Raths, Oktober 15, 2018
Am Wahlabend: Straub-Vorgängerin Erika Gürlitz, Landrat Martin Wolf (v.l.) im Gespräch mit Karl Straub
Karl Straub verteidigt Mandat

Mit 35,72 Prozent der Erststimmen bleibt CSU-Direktkandidat Straub, der auch Geschäftsführer eines Autohauses ist, als Abgeordneter im Maximilianeum. Doch gegenüber dem Wahljahr 2013, wo er noch 47,1 Prozent an Wählerstimmen erzielte, muss auch er, so wie die Gesamt-CSU, Stimmverluste hinnehmen. Mit deutlichem Abstand folgen ihm nach der vorläufigen Berechnung aus dem Landratsamt – die übrigens morgen formell vom Wahlausschuss noch bestätigt werden muss – Albert Gürtner von den Freien Wählern; er fährt stolze 13,35 Prozent ein. Dem Geisenfelder Tobias Teich von der Alternative für Deutschland (AfD) geben immerhin 12,85 Prozent der Wähler ihre Stimme.

Ich glaube, ich habe die letzten fünf Jahre ganz gute Arbeit geleistet“, sagt Straub am heutigen Montag. „Bei den starken Gegenkandidaten möchte ich mich für den fairen Wahlkampf bedanken. Insgesamt gesehen bin ich deshalb zufrieden mit dem Ergebnis. Ich werde mich weiterhin – und zwar überparteilich – für meinen Stimmkreis einsetzen“, erklärt der CSU-Landespolitiker aus Wolnzach. Sein Konkurrent von den Freien Wählern, Pfaffenhofens Vize-Bürgermeister Albert Gürtner, spricht ebenfalls von einen fairen Wahlkampf und ergänzt: „Ich bin sehr zufrieden mit dem zweitbesten Ergebnis im Stimmkreis. Das war ein erfolgreicher Tag für die Freien Wähler sowohl im Landkreis wie auch bayernweit.“ Die Initiative der Freien Wähler zur Straßenausbausatzung habe seiner Ansicht nach einen positiven Effekt gehabt. „Wir haben auch in den Kommunen des Landkreises gute Arbeit in den letzten Jahren geleistet. So etwas wird dann auch bei Landtagswahlen entsprechend honoriert.“

AfD und Grüne in Pfaffenhofen werten Wahl als Erfolg

Der AfD-Kandidat Tobias Teich sagt, dass er die vorläufigen Zahlen als klaren Sieg für die seine Partei werte. „Wir sind zum ersten Mal zur Landtagswahl Bayern angetreten und können einen massiven Gewinn verbuchen.“ Pfaffenhofen gehöre für die AfD zu einem der besten Stimmkreise in Bayern. „Darauf bin ich stolz und das gilt es ab sofort auch weiter auszubauen.“

Als einen „überwältigenden Zuspruch und Vertrauensbeweis“ der Bürger empfindet Grünen-Kandidat Wilhelm Reim, der 11,33 Prozent der Erststimmen auf sich vereinigt, das Wahlergebnis insgesamt betrachtet: „Sie wollen uns Grüne in Regierungsverantwortung für dieses wunderbare Land sehen. Wir Grüne haben all unsere Wahlziele klar erreicht. Wir sind zweitstärkste Kraft, haben zum ersten Mal überhaupt ein deutlich zweistelliges Ergebnis und konnten vor allem die Alleinregierung der CSU beenden.“ Jetzt gelte es, die Zukunft Bayerns zu gestalten.

Käser trotz SPD-Ergebnis mit eigener Leistung zufrieden

Sicherlich ein besseres Ergebnis bei der Landtagswahl erhofft hatte sich SPD-Kreischef Markus Käser. Mit 9,77 Prozent der Wählerstimmen schneidet er deutlich schlechter ab als 2013, wo er noch  vergleichsweise stolze 19,9 Prozent der Wähler für sich gewinnen konnte. Damit spiegelt er sozusagen die dramatischen Verluste, die die Sozialdemokraten nach der aktuellen Landtagswahl in Bayern hinnehmen müssen. Auf seiner Facebook-Seite steht heute unter anderem: „Es wird noch eine Weile dauern bis das Ergebnis verdaut ist.“ Es sei ein schwacher Trost, dass sein persönliches Ergebnis im Landkreis zum zweiten Mal das beste SPD-Ergebnis in der Region Ingolstadt und eines der besten Ergebnisse im ländlichen Raum in Oberbayern geworden sei. Wenigsten daran sehe man, dass sich Engagement auszahlen könne.

Nicht abzuschätzen war im Vorfeld der Abstimmung, wie der frühere Pfaffenhofener Landrat und Wolnzacher Bürgermeister Josef Schäch abschneiden würde. Er trat für die FDP an und verbucht lediglich 9,41 Prozent der Stimmen für sich. „Persönlich bin ich enttäuscht, ich habe mir mehr ausgerechnet“, so Schäch. Der Wähler habe jedoch klar demokratisch entschieden, „das hat man zu akzeptieren.“ Er freue sich darüber, dass so viele Menschen zur Wahl gegangen seien und wertete dies als ein positives Zeichen. Auf die Frage, worauf er sein Wahlergebnis zurückführt, antwortet Schäch: „Vielleicht habe ich zu wenig dezidiert Themen angesprochen: Wohnen, Bildung, die Wirtschaftsentwicklung weg von der Autoindustrie.“

CSU bleibt stärkste Kraft im Landkreis

Bei den Zweitstimmen im Stimmkreis Pfaffenhofen, zu dem der Landkreis mit Ausnahme der Gemeinden Hohenwart, Gerolsbach und Scheyern gehört, bleiben, wenn auch mit schmerzhaften Verlusten, die Christsozialen mit 39,87 Prozent obenauf, gefolgt von den Grünen mit 13,76 Prozent und der AfD mit 12,96 Prozent. Während die Grünen damit einen geradezu sensationellen Stimmenzuwachs gegenüber der Wahl vor fünf Jahren verzeichnen, gelang der AfD aus dem Stand heraus die Gunst vieler Wähler. Ob das sogenannte Anker-Zentrum in Manching zur beschleunigten Abschiebung nicht anerkannter Flüchtlinge dazu beigetragen hat, dass die dortigen Stimmberechtigten für einen bayernweit herausragenden AfD-Erfolg mit 15,83 Prozent für die Partei (16,38 Prozent für Teich) sorgten, darüber kann nur spekuliert werden.

Die Wahlbeteiligung war ausgesprochen gut und lag bei 73,33 Prozent. Von den 82 996 Stimmberechtigten gingen 60 857 zur Wahlurne. Ungültige Erststimmen gab es 628 und ungültige Zweitstimmen 821.

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