Unsere 5 Nachrichten der letzten Woche (26.11.-2.12.)

Letzte Woche: die afrikanische Schweinepest, Stress mit dem Biber, Erhöhung der Artenvielt, ein MINT-Haus für Jugendliche und Proben für den Krisenfall.

Bericht von Alfred Raths, Dezember 3, 2018
Foto: Unsplash (jeshoots)
1 | Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch

In einer vom Kelheimer Landrat Martin Neumeyer (CSU) geleiteten Besprechung mit Jägern, Landwirten und Forstleuten standen die Afrikanische Schweinepest (ASP) und die Jagd auf Schwarzwild ganz oben auf der Tagesordnung. Der Leiter des Veterinäramtes am Landratsamt, Stephan Schranner, informierte dabei über den derzeitigen Seuchenverlauf der ASP, die sich inzwischen von der Ostgrenze der EU zur Russischen Föderation hin auf Rumänien, Ungarn, die Tschechische Republik und zuletzt Belgien erweitert hat.

Als mögliche Ursache der Übertragung nannte er die unsachgemäße Entsorgung von infizierten Essensresten durch Saisonarbeiter oder Fernfahrer. Schranner machte deutlich, dass es wichtig sei, dass der Jagddruck hochgehalten wird, Fallwild auf ASP untersucht, Suchtrupps für das Auffinden von verendeten Wildschweinen gebildet und natürlich die notwendigen Biosicherungsmaßnahmen strikt beachtet werden. Der Landkreis Kelheim hat die höchste Schwarzwildstrecke Niederbayerns. Von den im letzten Jagdjahr in Niederbayern erlegten 7.737 Stück Schwarzwild fielen allein 2.301 auf den Landkreis.

2 | Ärger mit dem Biber

Der Bayerischer Bauernverband (BBV) und die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Pfaffenhofen haben sich auf neue Perspektiven beim Bibermanagement im Landkreis verständigt. In Gesprächen zeigte sich, dass der Konflikt zwischen dem strengen Schutzstatus des Bibers und den Anforderungen der Landwirte im Einzelfall oftmals sehr schwer zu bewältigen ist und auf beiden Seiten zu Resignation geführt hat. Laut einer Kartierung von 2016 weist der Bestand bis zu 500 Biber im Landkreis aus.

Mehrere Handlungsfelder, in denen Verbesserungen auf Kreisebene möglich sind, wurden nun von den beiden Parteien herausgearbeitet. Ziel sei die Sicherung dieser geschützten Tierart, heißt es aus der Kreisbehörde. Ein Vordringen in für das Tier ungeeignete Bereiche müsse verhindert werden. Eine gute Beratung vor Ort sei der Schlüssel zu einem funktionierenden und zufriedenstellenden Bibermanagement; deshalb werde man um neue Biberberater mit landwirtschaftlichem Hintergrund werben.

Es ist gemeinsames Interesse von Landratsamt und BBV, dass genehmigte Entnahmen – was in der Regel die Tötung zur Folge hat – möglichst erfolgreich durchgeführt werden sollen. Ein Weg dorthin sei die Verbesserung der Beratungsleistungen zum Fallenfang.

3 | Absiedlungsflächen renaturiert

Auf Initiative von Maria Meixner, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Weltenburg-Stausacker, wurde in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband Kelheim VöF und der Unteren Naturschutzbehörde am Kelheimer Landratsamt ein Konzept erarbeitet, mit dessen Hilfe eine blütenreiche Streuobstwiese zur Erhöhung der Artenvielfalt geschaffen werden soll. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung ging man bereits im Sommer, als Steine abgelesen und zu Lesesteinhaufen aufgeschichtet wurden, um die Flächen mähbar zu machen. Daran anschließend wurde standorttypisches Mähgut mit vielen Samen von Blütenpflanzen verteilt.

Nun folgte nach Abstimmung mit Kreisfachberater Franz Nadler die Pflanzung alter, standortgerechter Obstbäume – robuster Sorten wie „Maunzenapfel“, „Riesenboiken“ und „Petersbirne“, die es heute nur noch selten in Gärten zu sehen gibt. Für die Zukunft hat der Obst- und Gartenbauverein Weltenburg-Stausacker sich bereit erklärt, die Bäume unter seine Fittiche zu nehmen. Maria Meixner als Initiatorin der ganzen Maßnahme freute sich: „Mit der Pflanzung der Obstbäume ist die Asamstraße zum Kloster Weltenburg ein richtiges Schmuckstück geworden!“

4 | MINT-Haus für Kinder und Jugendliche

Mathematik und Informatik, Naturwissenschaft und Technik – um Kinder und Jugendliche für diese sogenannten „MINT“-Themen zu begeistern, haben sich ein Dutzend Unternehmen, Institutionen und Körperschaften zum Verein MINT-Labs Regensburg zusammengeschlossen. Ihr Ziel ist, ein MINT-Haus zu schaffen und zu betreiben, in dem junge Leute ein einladendes, modernes Umfeld vorfinden, das ihre Neugierde für MINT-Themen weckt.

Aus mehreren Labors und Werkstätten sollen ein Schülerlabor und ein Schülerforschungszentrum mit einem breitgefächerten Angebot an Kursen, praxisnahem Arbeiten und individuellen Forschungsmöglichkeiten entstehen. Initiatoren sind die Universität Regensburg, die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) und die Stadt Regensburg. Letztere hat die Investitionen zur Einrichtung der Räume bereits in ihren Finanzplan aufgenommen und erfüllt damit einen Baustein der Koalitionsvereinbarung von 2014.

„Wir sind ein führender technologie- und innovationsorientierter Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort, der einem starken internationalen Wettbewerb ausgesetzt ist. Unsere starke Position möchten wir halten und weiterentwickeln. So werden wir auch künftig einen hohen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften und findigen Unternehmerinnen und Unternehmern mit einschlägigen MINT-Kenntnissen haben“, betont der Referent für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen, Dieter Daminger. Für den Betrieb des MINT-Hauses rechnet der Verein mit Kosten von jährlich rund 550.000 Euro, die von den Vereinsmitgliedern aufgebracht werden. Unternehmen und Institutionen, die sich beteiligen möchten, sind herzlich willkommen und können sich bei der Stadt Regensburg melden (Kontakt: litzel.nicole@regensburg.de).

5 | Großübung für Krisenfall

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Wirtschafts- und Energie-Staatssekretär Roland Weigert (FW) zogen ein positives Fazit nach der länderübergreifenden Krisenmanagement-Übung „Lükex“, was für „Länderübergreifende Krisenmanagement-Übung / Exercise“ steht. Bei dieser war am vergangenen Mittwoch und Donnerstag ein fiktiver Gasmangel in Süddeutschland bei gleichzeitiger Extremkälte geprobt worden.

Innenminister Herrmann erklärte: „Die Übung hat gezeigt, dass die bayerischen Katastrophenschutz-Behörden einsatzbereit und gut vorbereitet auf den Ernstfall sind.“ Für ihn und Weigert habe die diesjährige „Lükex“ bewiesen, dass vor allem die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den bayerischen Behörden, dem Bund und den anderen Ländern auch in extremen Lagen funktioniere. „Die Gasversorgung in Bayern ist sicher“, so Weigert. „Aber auch bei einem möglichen Engpass in der Gasversorgung sind wir in Bayern gut aufgestellt.“