„Urlaubsfeeling bei jeder Fahrt“

Letztes Jahr holte sich Alexander Ziegler aus Leitenbach bei Mainburg den Vizetitel auf der Deutschen Wasserski-Meisterschaft der Jugend. Wie er es heuer auf Platz drei schaffte, verrät der 15-jährige Wellenreiter im Interview.

Simone Huber
Interview von Simone Huber, September 27, 2018

Seine Liebe gilt einer exotischen Sportart. Während die meisten Jungs von einer Karriere als Fußballstar träumen, legt Alexander Ziegler aus Leitenbach lieber rasante Wellenritte hin, bei denen er Geschwindigkeiten von bis zu 100km/h ausgesetzt ist. Für den 15-jährigen Hallertauer aber kein Problem. Er frönt dem außergewöhnlichen Hobby des Wasserskifahrens seit er sieben ist. Im Juli traten vor den Toren Ambergs 50 Teilnehmer aus verschiedenen Altersklassen zur Deutschen Wasserski Jugendmeisterschaft an. Die Disziplinen: Trickski-Fahren, Slalom und Springen. Ganz vorne dabei: Die Athleten des WSC Haidweiher, für den Alexander Zielger antrat.

Hallertau.de: Alexander, du standest zum wiederholten Mal bei der Deutschen Meisterschaft auf dem Siegerpodest und hast dir Platz Drei gesichert. Das war bestimmt nicht ganz einfach, oder?

Alexander Ziegler: Ich trainiere normalerweise drei bis vier Mal die Woche. Kurz vor der Meisterschaft hatte ich Rückenprobleme und konnte leider nicht viel trainieren. Daher war ich heilfroh, während des Wettbewerbs schmerzfrei fahren zu können. Im Trainingslager trainierte mich niemand Geringerer als der mehrmalige deutsche sowie Europameister Steffen Wild.  Mit der Schule ging es ohne Probleme, da die Trainings immer abends in Geisenfeld stattfanden. Ich bin dort im Verein „Wake & Groove“. Die komplette Zeit für eine Trainingseinheit am Abend beträgt ungefähr anderthalb Stunden. Das lässt sich gut unterbringen.

Welche besonderen Herausforderungen bot der Wettbewerb diesmal?

Seit diesem Jahr muss ich mit der höchsten Geschwindigkeit (gleich wie die Erwachsenen!) fahren, das sind 58km/h – eine leichte Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Unfall hatte ich Gott sei Dank keinen.

Deine Eltern haben sich bestimmt mächtig gefreut.

Ja, sie waren total stolz, dass es wieder geklappt hat. Papa weiß, was es heißt in einer Meisterschaft mitzufahren, da er selbst schon mehrmals am Start war. Er ist aber über den 5. Platz noch nicht hinausgekommen.

„Ich als Wasserskifahrer bekomme Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h zu spüren. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich!“

Alexander Ziegler

Was macht für dich die Sportart so besonders? Warum gerade Wasserski?

Ich bin mit der Sportart von klein auf durch meinen Papa in Berührung gekommen, der seit mehr als 25 Jahren Wasserski fährt. Ich selbst fahre seit 8 Jahren. Beim Wasserski hat man mit hohen Geschwindigkeiten zu tun, das Motorboot, erreicht bis zu 58 km/h. Ich als Wasserskifahrer bin mit dem Boot per Zugseil verbunden und bekomme bis zu 100 km/h zu spüren. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich! Außerdem ist man immer am Wasser, das ist Urlaubsfeeling bei jeder Fahrt. Ziel muss sein, die Bestleistung von Fahrt zu Fahrt zu toppen. Hat man einmal seine Geschwindigkeit erreicht und kann diese konstant halten, wird bei jedem Start die Leine schrittweise verkürzt. Man beginnt mit 18 Metern. Danach wird das Seil schrittweise verkürzt. Je kürzer die Leine, desto schwieriger wird es, eine Boje zu umfahren.

Du warst schon unter den besten drei Wasserskifahrern Deutschlands. Welches nächste Ziel strebst du jetzt an?

Da ich jetzt im September eine Ausbildung beginne, muss ich erst mal schauen, ob es sich zeitlich ausgeht, um die nötigen Trainingseinheiten zu absolvieren. Ganz oben auf Treppchen zu stehen, wäre noch ein Traum. Selbst wenn es mit einer Meisterschaft nicht mehr klappt, zum Spaß werde ich immer weiterfahren. Dafür stehe ich zu gern auf den Wasserskiern. Wenn möglich, möchte ich nächstes Jahr nach Italien in das Trainingscamp des Weltmeisters Thomas Degasperi.

 

Fotos @Alexander Ziegler