So klingt die Hallertau #17: Viva el Mariachi! Viva la Bavaria!

Volksmusik berührt. Den Beweis trat am Dellnhauser Volksmusikfest die Mariachi-Gruppe "Villa Maria" an. Wir trafen die Jungs zum Interview... und zu einer mexikanischen Fiesta.

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Interview von hallertau.de, Juli 17, 2019

Über einen glücklichen Zufall lernten sich die Mariachi-Truppe „Villa Maria“ mit Frontman Sergio Carpio und die Dellnhauser Volksmusikanten kennen. Nach Deutschland ging es für die Profi-Musiker Anfang Juli zum ersten Mal. Das Ziel: Das Dellenhauser Volksmusikfest inmitten von Hopfenfeldern und Wirtshausromantik in eine mexikanische Fiesta verwandeln.

Die Liste ihrer bisherigen Erfolge ist lang, die Persönlichkeiten, die schon in ihrem Publikum saßen, beeindruckend. Aufgeregt waren sie kurz vor ihrem Auftritt in den Straßen von Au trotzdem, wie uns Frontmann Sergio nach ihrem herzerweichenden bayerischen Debüt verriet. Warum sich ihre lange Reise nach Bayern mit ihren Trompeten, Gitarren, der Guitarron und der Vihuela trotzdem lohnte, wie es zu der ungewöhnlichen Freundschaft mit den Hallertauern kam und was „Mariachi“ überhaupt bedeutet, verrieten sie uns im Interview.

So klingt die Hallertau

Wie klingt denn unsere Heimat so? Weil das keiner so genau sagen kann und sich der Sound einer Region immer wieder verändert, gehen wir für euch immer wieder raus. Ob Kapelle oder Band, ob Chor oder Poetry Slam, ob Singer-Song-Writer oder Multi-Instrumentalisten, wir hören zu.

Hallertau.de: Sergio, wie gefällt es dir bei uns?

Sergio: Sehr gut! Wir haben schon auf zwei Events gespielt. Soweit ist es hier super und wir sind sehr glücklich und aufgeregt, dass wir auf diesem tollen Festival mitmachen dürfen.

Wie seid ihr überhaupt hier in Deutschland gelandet? Was ist die Story dahinter?

Vor zwei Jahren haben wir in Mexiko an einem Casting teilgenommen, um bei einer deutschen TV-Show aufzutreten. Dort haben wir die Musiker der Dellnhausener Volksmusikanten kennengelernt. Michael, Fritz und Manfred haben uns dann eingeladen beim Volksmusikfest mitzumachen. So kam eines zum anderen. Wir sehr dankbar für die Einladung und dass wir bei ihnen und ihrer Familie wohnen dürfen.

Gibt es eigentlich Ähnlichkeiten zwischen der bayerischen und der mexikanischen Volksmusik?

So viel weiß ich leider nicht über die bayerische Musik. Aber mir ist aufgefallen, dass die Musik sehr heiter ist. Das ist ein charakteristisches Merkmal, dass der mexikanischen Volksmusik sehr ähnlich ist – diese Freude, die sich sowohl bei den Mariachis als auch den Bayern wieder findet.

Hatte das auch Auswirkungen auf die Freundschaft mit den Dellnhauser Volksmusikanten?

Auf jeden Fall. Unser Fundament ist die Leidenschaft und die Liebe für die Musik.

Gibt es nach eurem Aufenthalt hier vielleicht sogar bayerische Elemente, die ihr in eure Musik integrieren wollt?

Wir haben viele Instrumente gemeinsam, wie die Trompete. Das macht uns ohnehin schon irgendwie ähnlich.

Was inspiriert euch zu eurer Volksmusik? Was ist das Schöne daran?

Für mich ist mexikanische Musik sehr vielseitig, wir spielen sehr traurige, aber auch fröhliche und romantische Musik. Ganz speziell bedeutet Mariachi für mich aber Freude.

Gibt es eine Bühnenerfahrung, auf die er besonders stolz seid oder an die ihr gerne zurückdenkt?

Wir durften schon bei vielen tollen Events in Mexiko spielen, wie bei der NFL oder der Formel1. Wir haben schon vor dem Mexikanischen Präsidenten und vielen ausländischen Staatsoberhäuptern gespielt, die unser Land besuchten. Besonders toll war auch das Konzert vor dem Generaldirektor der Vereinten Nationen. Dazu kommen Auftritte für John Montana, Ronaldinho Gaucho und vielen anderen. Das erfüllt uns mit Zufriedenheit und Stolz. Diesmal hat uns die Musik erlaubt, auch außerhalb von Mexiko zu spielen.

Für viele Menschen bedeutet Mariachi-Musik Gitarren, Sombreros, Tequila und Schnauzbärte. Wie viel ist an diesem Klischee dran?

Nun ja, in der Vergangenheit war das Image von „Mariachi“ so. Das hat sich aber in den vergangenen Jahren verändert. Mariachis fangen damit an, sich auf viele Arten mit Musik auseinanderzusetzen. Wir sind tatsächlich sehr vielfältig und wir freuen uns immer darauf uns selbst und unsere Ideen zu präsentieren. Auch unsere Kleidung wird immer eleganter und adretter. Den Schnauzbart tragen wir hingegen nicht so sehr für das Image, eher zum Vergnügen.

Gibt es etwas, das ihr gerne aus Deutschland mitnehmen würdet?

Ein deutsches Mädchen (lacht) und Bier!

 

 

Interview und spanische Übersetzung: Anichely
Aus dem Englischen übersetzt: Lisa Schwarzmüller
Redaktion: Lisa Schwarzmüller und Mike Urban