Wandern für die Hallertau, Tag 2: von Geroldshausen ins Prambachtal

hallertau.de
Bericht von hallertau.de, Januar 14, 2020

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Reiselog: 13.1.20

Es ist schon was Besonderes, draußen mit der Natur aufzuwachen: tock – tock – tock – TOCK. Während ich noch fest in meinem Schlafsack eingemummt bin, erinnert mich ein Buntspecht daran, wo mein Zelt eigentlich gerade steht: mitten auf einer Streuobstwiese. Kurz die kalten Füße wärmen, dann packen und los. Gleich nach einer guten Stunde erreiche ich Preinerszell. Obwohl es auf den ersten Blick erst einmal nichts Besonderes an sich hat, hat es mir der Ort bald angetan: In der dörflichen Stille gackern immer wieder Hühner aus verschiedenen Gärten, Pferde blicken einem neugierig hinterher, am höchsten Punkt steht eine Kapelle mit Linde. Kleine Teichanlagen und Gemüsebeete erinnern daran, dass hier noch Selbstversorgung samt ihrer Romantik gelebt wird. Eine kleine verwinkelte Straße führt zu einem Blickfang, der jedes Dorf zu etwas ganz Einzigartigem macht: zur Dorfkirche. Liebe Leute, das ist Dorf-Idyll vom Feinsten. Wollen wir dieses erhalten oder unsere Ortschaften einfach unkontrolliert wachsen lassen?

Am späten Nachmittag erreiche ich nach Zwischenstationen in Preinerszell und Siebenecken und ca. 14 Kilometern Fußmarsch mein heutiges Nachtquartier: ein Baumhaus in fünf Metern Höhe mitten in der Krone eines großen Baums auf einem Biobauernhof im Prambachtal. Ich wünschte, ich könnte euch interessierten Lesern all das direkt zeigen – es ist ungemein schön. Abends stehe ich auf dem Baumhausbalkon und blicke auf den Mond, den alten Hof, lausche den Hühnern und Rindern und werde sogleich von einem kleinen Naturspektakel belohnt: Ein Uhu-Pärchen (Uhus sind die größte Eulenart der Welt) besingt sich gegenseitig mit schaurig-schönen Klängen. Ich weiß gar nicht, zu welchem Reiseanbieter ich gehen müsste, um so etwas erleben zu können. Aber es reicht offensichtlich, sich mit seiner Heimat zu befassen und die Augen und Ohren für ihre Reize zu öffnen.

Entdeckt: die Streuobstwiese

Früher gab es Naturparadiese wie die Streuobstwiesen noch häufiger, doch heute beschränken sie sich auf wenige Oasen. Wer einmal mitten in einer blühenden und duftenden Streuobstwiese gestanden ist, kann sich an ihren Zauber erinnern: vanilleartiger Duft, ein Bienenbrummen, das einem das Herz erwärmt, wohltuender Vogelgesang verschiedener Arten … Je nachdem, wie die Wiese sonst noch genutzt wird (extensiv z.B. als Weide, Wiese, Acker) gibt es eine artenreiche Tierwelt. Vor allem Vögel, Insekten und Spinnen profitieren von diesem Lebensraum und formieren dort eine Lebensgemeinschaft. Zwischen 2.000 und 5.000 Tierarten können auf einer Streuobstwiese Nahrung finden, zumeist finden sich dort Käfer, Wespen, Bienen und Hummeln oder Spinnen und Tausendfüßler. Durch den weiten Stand der lichtkronigen Bäume sind die Gräser, Kräuter und niedrigen Stauden besonnt und lebhaft. Es fällt mir schwer, meinen ersten Übernachtungsort zu verlassen, aber die nächste Station wartet bereits.

Begegnungen

Bevor ich den Biobauernhof im Prambachtal um ungefähr 16:00 Uhr erreiche, bekomme ich noch Besuch von einer Person, die die derzeitige Entwicklung des Flächenfraßes ebenfalls als bedenklich einstuft: unserem Landrat Martin Wolf. Wir waren uns schnell einig: Im Landkreis müssen wir nicht nur arbeiten, wir müssen hier selbstverständlich auch leben können. Gut leben können.

Route Tag 2

So unterstützt ihr die Aktion

Zur Schaffung einer Basis für einen gemeinsamen E-Mail-Protest oder die Gründung eines Forums könnt ihr mittels unten genannter Wege mit mir Kontakt aufnehmen. Gerne können Lösungsvorschläge genannt werden, es reichen aber auch Nachrichten, die lediglich mit einem Betreff versendet werden. Ganz wichtig: Bitte weitersagen, denn je mehr wir sind, desto mehr können wir ausrichten!
E-Mail: flaechenfrass-pfaffenhofen@t-online.de

So folgt ihr der Wanderung

Homepage des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern
Instagram-Account des LBV
• TV Ingolstadt, der Pfaffenhofener Kurier und eventuell Radio Bayern1 begleiten das Ganze ebenfalls.
• Blog auf Hallertau.de (je nach Verlauf der Wanderung):

Auftaktbericht: Wie ein Hallertauer seine Heimat durch Wandern schützen will
Tag 1: Wandern für die Hallertau, Tag 1: Gosseltshausen nach Geroldshausen
Tag 2: Wandern für die Hallertau, Tag 2: von Geroldshausen ins Prambachtal
Tag 3: Wandern für die Hallertau, Tag 3: vom Prambachtal nach Oberschnatterbach
Tag 4: Wandern für die Hallertau, Tag 4: von Oberschnatterbach ins Paartal
Tag 5: Wandern für die Hallertau, Tag 5: vom Paartal nach Au am Aign
Tag 6: Wandern für die Hallertau, Tag 6: von Au am Aign in den Feilenforst
Tag 7: Wandern für die Hallertau, Tag 7: vom Feilenforst nach Gosseltshausen

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