Wandern für die Hallertau, Tag 3: vom Prambachtal nach Oberschnatterbach

hallertau.de
Bericht von hallertau.de, Januar 15, 2020

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Reiselog, 14.1.20

Meine heutige Etappe startete im Prambachtal, wo ich kurz vor Entrischenbrunn in den Wald einstieg und mich Richtung Wallfahrtskirche Herrenrast begab. Über Ilmmünster – einen Abstecher nach Ilmried bot sich an – ging es weiter nach Scheyern und von dort zu meinem endgültigen Ziel: Oberschnatterbach. 14 Kilometer hatte ich also vor mir.

Aber beginnen wir von vorn. Die Nacht verbrachte ich in einem Baumhaus in der Krone eines uralten Wallnussbaumes. Ein Grünspecht gackerte schon vor dem Wecker los und ich packte meine Sachen früher als geplant. Dafür hatte ich noch die Gelegenheit, mich auf dem Biohof umzusehen. Das Ergebnis des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ besagt, dass über 18% der Menschen für Bio-Produktion in der Landwirtschaft sind. Doch dieser Wille spiegelt sich nicht im Konsumverhalten wider. Bei mehr Artenvielfalt in der Landwirtschaft sind wir also alle gefragt und umso mehr schmerzt es, wenn für Gewerbegebiete teils höchst fruchtbare Böden versiegelt werden. Diese Flächen sind also nicht nur für die Natur verschwunden, sondern auch für die Landwirtschaft vor Ort. Wie gut stünde es um unsere Natur, würden wir beim Konsumverhalten den regionalen Bio-Produkten und einem eigenen, naturnahen Garten mehr Aufmerksamkeit schenken?

Ich mir sicher, dass ich in dieser Gegend auf ein kleines Juwel treffen werde: Ilmried. Ein kleines Dorf, abseits von hektischen Straßen, „beschützt“ von einer am Hügel thronenden Kirche. Daneben grasen Schafe mit ihren Lämmern. Wieder sind es die Tiere, die diesem Moment das Sahnehäubchen aufsetzen. Egal ob Damwild, Hühner, Schafe oder Kühe, sie alle sind mitsamt den wilden Tieren eine Bereicherung für unsere Heimat. Wenn man sich eine Dorfidylle im Kopf ausmalen müsste, sie würde wohl sehr an Ilmried erinnern. Hier ist es so hügelig, dass wohl nie ein größeres Gewerbegebiet Platz finden würde. Aber wer weiß schon, welche Pläne bereits geschmiedet werden?

Nach meinem Stopp in Ilmmünster ging es weiter nach Scheyern. Über Hochebenen, die sogar den Blick Richtung bayerische Voralpen freigeben, wanderte ich dahin, entdeckte wie selbstverständlich hier und da Kapellen und Feldkreuze. Perfekt zu dieser Szenerie erschallte die weit hörbare Glocke von Scheyern. Die Uhrzeit sagte mir, dass ich für mein heutiges Ziel noch eine Stunde Zeit hatte. Vorbei an kleinen Höfen geht es hinüber zu einer kleinen Wiese am Waldrand, meinem heutigen Endpunkt. An den Gedanken, abends in einem Schlafsack bei Minusgraden zu nächtigen, habe ich mich allerdings irgendwie immer noch nicht gewöhnt.

Entdeckt: ökologische Rot- und Damwildhaltung

Wenige Stunden, nachdem ich den Rucksack geschultert hatte, kam ich in Herrenrast an. Wie viele Geschichten und wie viele Mythen an diesem Ort zu finden sind, lässt sich hier nicht unterbringen. Nebenan grast Rot- und Damwild in einem Gehege für ökologische Landwirtschaft. Dieses Gehege ist so weitläufig und liebevoll gestaltet, dass man sich fast in einer kanadischen Wildnis sieht. Natürlich, die Tiere leben nicht in Freiheit und die Teicheinlage ist vermutlich künstlich angelegt worden, aber dennoch würde man so einen Augenschmaus nicht unbedingt in unserem Landkreis erwarten. Ich erinnere mich an diesem Ort auch an eine Fledermausexkursion, welche der Landesbund für Vogelschutz organisiert hatte. Wer glaubt, er kenne all die schönen Wesen aus unserer Feldflur, der sollte sich mal in der Nacht umsehen. Da leuchten Käfer, jagen Fledermäuse, schwirren Motten und bellen Rehe. Es gibt bei uns also überall und jederzeit ganz wundervolle Naturmomente zu erleben.

Begegnungen

In Ilmmünster angekommen unterhielt ich mich mit einem Mann, der offenbar seine ganze Kindheit hier verbracht hat und sich stets an Vögel, Fröschen und alten Bäumen erfreut hat. Er bedauert: Hier in der Nähe sollen 1,1 Hektar Mischwald gefällt werden, darunter teils kräftige Buchen. In einer Zeit, in der der Klimawandel unausweichlich erscheint und den Wäldern mehr und mehr Bedeutung zukommt, wird also „konsequent“ noch weiter abgeholzt. Auf Beschwerdebriefe und anderweitige Anfragen lieferte die Gemeinde keinerlei Antworten. Es ist einfach nur zum Kopfschütteln. Daher zog es mich schnell zu meinem nächsten Ziel.

Route Tag 3

So unterstützt ihr die Aktion

Zur Schaffung einer Basis für einen gemeinsamen E-Mail-Protest oder die Gründung eines Forums könnt ihr mittels unten genannter Wege mit mir Kontakt aufnehmen. Gerne können Lösungsvorschläge genannt werden, es reichen aber auch Nachrichten, die lediglich mit einem Betreff versendet werden. Ganz wichtig: Bitte weitersagen, denn je mehr wir sind, desto mehr können wir ausrichten!
E-Mail: flaechenfrass-pfaffenhofen@t-online.de

So folgt ihr der Wanderung

Homepage des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern
Instagram-Account des LBV
• TV Ingolstadt, der Pfaffenhofener Kurier und eventuell Radio Bayern1 begleiten das Ganze ebenfalls.
• Blog auf Hallertau.de (je nach Verlauf der Wanderung):

Auftaktbericht: Wie ein Hallertauer seine Heimat durch Wandern schützen will
Tag 1: Wandern für die Hallertau, Tag 1: Gosseltshausen nach Geroldshausen
Tag 2: Wandern für die Hallertau, Tag 2: von Geroldshausen ins Prambachtal
Tag 3: Wandern für die Hallertau, Tag 3: vom Prambachtal nach Oberschnatterbach
Tag 4: Wandern für die Hallertau, Tag 4: von Oberschnatterbach ins Paartal
Tag 5: Wandern für die Hallertau, Tag 5: vom Paartal nach Au am Aign
Tag 6: Wandern für die Hallertau, Tag 6: von Au am Aign in den Feilenforst
Tag 7: Wandern für die Hallertau, Tag 7: vom Feilenforst nach Gosseltshausen

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