Wandern für die Hallertau, Tag 5: vom Paartal nach Au am Aign

hallertau.de
Bericht von hallertau.de, Januar 17, 2020

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Reiselog, 16.1.20

Heute war ein ereignisreicher Wandertag. Erst schaut ein bayerisches Fernsehteam vorbei, für Freitag hat sich schon weiteres gemeldet, das an dem Thema interessiert ist. Nach einigen Dreharbeiten geht es nach Pörnbach und von dort weiter nach Puch. Dann über Agelsberg nach Au am Aign zum vorletzten Nachtlager. Gerade mal 14 Kilometer stehen also an.

Als ich an Reichertshofen vorbeikomme, drängen sich schon von weitem die Gewerbegebiete von Reichertshofen auf. Was macht eigentlich ein vergleichsweise kleiner Ort mit solch einer umfassenden Fläche für Gewerbe? Eine Frage, die man einmal stellen kann. Es sollen sogar weitere Flächen erschlossen (oder soll man sagen „entwickelt“ werden). Betroffen ist eine Fläche, wo das ansässige Storchenpaar 70 Prozent seiner Nahrung gefangen hat. Nach deutschen Gesetz sind bedeutende Nahrungsflächen des Storchs, der eben noch auf der roten Liste war, keine schützenswerten Flächen. logisch, der Storch lebt ja nur von Luft und Liebe, vor allem zur Brutzeit. Das ist typisch Deutschland. Auf diese Wiese hatte das in der Nähe befindliche Schulgebäude den Schülern besondere Naturbeobachtungen ermöglicht, die Lehrer konnten daran teilweise sogar Schulstoff vermitteln. Doch bald werden die Schüler dort nur noch auf Beton blicken. Eine gute Möglichkeit weniger, unsere Kinder mit der Umwelt vertraut zu machen. Tolle Strategie.

Entdeckt: Naturoase

Einen ersten Halt mache ich in Puch, wo ich einen beeindruckenden Fund mache. Dort verzichtet ein junger Bursche auf nennenswerte Reisen und baut sich seine Naturoase einfach in den Garten: ein Paradies für Vögel, Eidechsen, Laubfrösche, Igel und Unmengen an Bienenarten. Steinhaufen, Tümpel, Hecken und Standflächen machen diesen Garten zu einem Naturerlebnispark, der jeden Naturdokufilm ersetzt. Würden solche Biotope auf den Grünflächen der Gewerbegebieten flächendeckend erschaffen werden, ich glaube, das Thema Artenschwund wäre zur Hälfte schon abgearbeitet.

Begegnungen

Erfreulich ist auch das Zusammentreffen mit Christian Rachel, den ich auf einer Wiese treffe. Der Wildnis-Pädagoge betreut eine Kindergruppe, in der ihnen Werte vermittelt und Aktivitäten gezeigt werden, die ihnen wirklich was bringen: Sport, Naturerlebnisse und gemeinsam gelöste Aufgaben. Nicht auf einem vorgefertigtem Spielplatz mitten in dichter Zivilisation sondern draußen in der „Wildnis“. Kinder brauchen wenig extra Spielzeug, wenn man mit ihnen einfach rausgeht in die Natur, Lager baut, Tiere beobachtet oder Pflanzen kennenlernt, ist sich Christian sicher. Er hatte Recht, mit ein paar Seilen auf einer großen Wiese, umgeben von hübschen Schlehenhecken und massiven Weidenbäumen veranstaltet er ein Spiel, das die Kinder viele Stunden lang beschäftigen kann. Bis zur Abenddämmerung spielen und lachen sie, entdecken Vogelnester und andere Wildtierspuren. Andere Kinder sitzen zur selben Zeit am PC oder Smartphone, nicht aber die Kinder von Christians Truppe. Welch schöner Anblick. Mögen die Kinder von morgen noch viel Natur für ehrliche Unterhaltung vorfinden.

Route Tag 5

So unterstützt ihr die Aktion

Zur Schaffung einer Basis für einen gemeinsamen E-Mail-Protest oder die Gründung eines Forums könnt ihr mittels unten genannter Wege mit mir Kontakt aufnehmen. Gerne können Lösungsvorschläge genannt werden, es reichen aber auch Nachrichten, die lediglich mit einem Betreff versendet werden. Ganz wichtig: Bitte weitersagen, denn je mehr wir sind, desto mehr können wir ausrichten!
E-Mail: flaechenfrass-pfaffenhofen@t-online.de

So folgt ihr der Wanderung

Homepage des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern
Instagram-Account des LBV
• TV Ingolstadt, der Pfaffenhofener Kurier und eventuell Radio Bayern1 begleiten das Ganze ebenfalls.
• Blog auf Hallertau.de (je nach Verlauf der Wanderung):

Auftaktbericht: Wie ein Hallertauer seine Heimat durch Wandern schützen will
Tag 1: Wandern für die Hallertau, Tag 1: Gosseltshausen nach Geroldshausen
Tag 2: Wandern für die Hallertau, Tag 2: von Geroldshausen ins Prambachtal
Tag 3: Wandern für die Hallertau, Tag 3: vom Prambachtal nach Oberschnatterbach
Tag 4: Wandern für die Hallertau, Tag 4: von Oberschnatterbach ins Paartal
Tag 5: Wandern für die Hallertau, Tag 5: vom Paartal nach Au am Aign
Tag 6: Wandern für die Hallertau, Tag 6: von Au am Aign in den Feilenforst
Tag 7: Wandern für die Hallertau, Tag 7: vom Feilenforst nach Gosseltshausen

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