Weg frei für Hopfen-Bewässerungsuntersuchung

Einem Pilot-Förderprogramm des Umweltministeriums für nachhaltige und umweltverträgliche Bewässerungskonzepte mit deutlicher Mehrheit zugestimmt hat der Wolnzacher Marktgemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung. Unter Berücksichtigung des vorhandenen Wasserangebots können damit landwirtschaftliche Anpassungsstrategien für längere Trockenperioden entwickelt und untersucht werden.

Bericht von Alfred Raths, November 9, 2018
Was passiert mit dem Hopfen, wenn es weiterhin so trockene Sommer gibt?
Das „Bewässerungsprojekt Lauterbach“

Im Gemeindegebiet geht es unter dem Titel „Bewässerungsprojekt Lauterbach“ speziell um die Untersuchung der Möglichkeiten, ob und gegebenenfalls wie speziell die Sonderkultur Hopfen bewässert werden könnte. Im Vorfeld haben sich bereits 26 Landwirte mit einer Fläche von insgesamt 415 Hektar bereit erklärt, mitzumachen. Sie tragen 15 Prozent der Konzepterstellung, der Markt Wolnzach zehn Prozent der Rest kommt aus dem staatlichen Fördertopf. „Wir sind der Bevölkerung eine Antwort schuldig“, so Wolnzachs Bürgermeister Jens Machold (CSU) zum Engagement seiner Kommune in Sachen Bewässerungsmöglichkeiten.

Die 2110 Hektar umfassende Gebietskulisse der Untersuchung reicht bislang von Oberlauterbach bis Niederlauterbach, später entscheiden wird sich, ob sie auch noch bis in die nordwestliche Geisenfelder Flur reicht. Wie Johann Portner vom Landwirtschaftsamt darlegte, sprächen Ertrags- und Liefersicherheit für die Bewässerung des Hopfens; ebenso trage diese zu einer Verbesserung der Nährstoff-Effizienz sowie zur Verminderung von Nitratauswaschungen bei. Nach der Faustformel 700 Euro pro Hektar Mehrkosten durch Bewässerung bei einem Hopfenpreis von sieben Euro sei diese ab 100 Kilo Mehrertrag rentabel. Betont wurde bei der Vorstellung, dass es lediglich um Planungsgrundlagen gehe, „es wird nichts gebaut.“ Ob die Landwirte die entsprechenden Ergebnisse dann auch umsetzten, müssten sie später individuell entscheiden.

Wer braucht wann wie viel Wasser?

Bei der Konzepterstellung werden die wasserwirtschaftlichen Grundlagen ermittelt, dazu der eventuell für das zu bewässernde Gebiet bestehenden Wasserbedarf und eine Prognose der zukünftigen Bedarfsentwicklung. Berücksichtigung finden dabei landwirtschaftlicher Faktoren wie etwa Fruchtfolge und Sortenwahl. Auch die Bewirtschaftungsmaßnahmen werden geprüft, die womöglich den Wasserbedarf reduzieren – wie etwa Bewässerungstechnik, Bewässerungszeitfenster oder geänderte Bodenbearbeitung. Unter Berücksichtigung des klimatischen Wandels gilt es dann, die Entnahmemöglichkeiten und das nutzbares Wasserangebot des Oberflächenwassers und des Grundwassers darzustellen. Es werden zudem mögliche Varianten aufgezeigt, wie der Bewässerungsbedarf gewässerverträglich gedeckt werden kann. Vorrangig sollen dabei Lösungen untersucht werden, die eine Versorgung aus gespeichertem Niederschlagswasser oder auch aus Oberflächengewässer oder Uferfiltrat ermöglichen.

In der Diskussion regte SPD-Gremiumsmitglied Werner Hammerschmid an, den Landkreis doch mitzahlen zu lassen und er empfahl aufzupassen, „dass unsere Brunnen nicht beeinträchtigt werden.“ Am Ende der Sitzung wurde mit 22 : 1 für die Antragstellung gestimmt, die nun bis zum Jahresende von der Marktgemeinde eingereicht werden muss.