„Höchsten Respekt vor diesen Frauen“

Sie kämpfen gegen die Unterdrückung weiblicher Sexualität. Im Film, den SPD Ortssprecherin Marianne Strobl zum internationalen Frauentag ausgewählt hat, geht es auch um die barbarische Tradition der Beschneidung. Ein etwas anderer Kinoabend in Wolnzach.

Bericht von Simone Huber, März 15, 2019
Weibliche Power in weißen Blusen - Vor 100 Jahren traten Frauen in der Öffentlichkeit so auf

Marianne Strobl vom SPD-Ortsverband Wolnzach wählt jedes Jahr anlässlich des Weltrauenfrauentages einen Film aus, der Aspekte zu einem der ältesten Unrechte der Welt behandelt. 2019 war dies der Film „#Female Pleasures“. Ein Film über die oft religiös bedingte Unterdrückung der Frau und ihrer sexuellen Selbstbestimmung.

Ein Kinoabend mit Beigeschmack

Der Kinosaal ist ziemlich voll. Sogar der ein oder andere Mann ist gekommen. Vor Ausstrahlung des Films erinnert Marianne Strobl an den mühsamen Weg in der Geschichte der Frau, bis Kurt Eisner am 8. November 1918 das Frauen-Wahlrecht ausrief. „Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, was wir für eine steinige Entwicklung hinter uns haben“, ruft Strobl in Erinnerung. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Rolle der Frauen zwar stark verändert.  In vielen Teilen der Welt kursiert aber –  unter dem Deckmantel der Religion –  ein Frauenbild, das höchst fragwürdig ist.

„Unabhängig von der Partei komme ich deshalb so gern, weil das Thema den Nerv der Zeit trifft. Bei der Auswahl der Filme beweist Marianne Strobl ein gutes Händchen.“

Besucherin

Gleichberechtigung – Eine Lüge?

Genitalverstümmelung, sexuelle Gewalt und sichtbare Frauenfeindlichkeit gibt es in Deutschland sicher auch. Der Blick in die weite Welt aber erschüttert. In immer noch zu vielen Ländern beschneidet das Patriarchat die Rechte der Frauen und macht sie zu unterwürfigen Objekten. Der Weltfrauentag zeige laut MdL Johanna Werner-Muggendorfer vor allem Eines: Dass Frauen immer noch für vieles kämpfen müssen.

Als politisch engagiere Frau weiß sie: „Die Frauenquote in politischen Gremien sinkt. Da müssen wir aufpassen“. Im bayerischen Landtag liegt der Frauenanteil bei unter 30 Prozent. Obwohl in ihrer Fraktion das Prinzip „halbe –  halbe“ längst verwirklicht sei, findet sie die grundsätzlich niedrige Frauenbeteiligung in politischen Ämtern bedauerlich. Ihr Aufruf an die Frauen: Betätigen Sie sich politisch! Werden Sie aktiv!“

Ein Film, der berührt

#Female Pleasures ist ein wichtiger Film für alle Frauen, Väter, Söhne, Freunde und Kollegen.  Die rund zweistündige Dokumentation macht betroffen, ja rührt zu Tränen. Man fragt sich, ob es so etwas wie Gleichberechtigung überhaupt gibt. Die Protagonistinnen sind Vorbilder und machen Mut: Widerstand lohnt sich. Es ist vor allem der Widerstand gegen das Patriarchat und den Sexismus, den die fünf Frauen im Film leisten. „Der Film macht absolut sprachlos“, formuliert es Marianne Strobl nach Ende der Vorstellung. Sie spricht allen aus dem Herzen. Es muss sich noch einiges ändern auf der Welt.