Wie funktioniert Schule Zuhause gerade? „Mare und Miche“ geben Einblick

Wie läuft das zurzeit, wenn Küche oder Wohnzimmer zum Klassenzimmer mutieren? Das Mainburger Kabarettduo "Mare und Miche" hat uns Einblick gewährt. "Die Nerven haben wir bisher noch nicht verloren", sagt Mama Kathrin Fankhauser.

Simone Huber
Portrait von Simone Huber, April 9, 2020

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„Mia bleim dahoam und zwar so lang wia´s notwendig is“

Kathrin und Georg Fankhauser, besser bekannt als Kabarettduo „Mare & Miche„, geht es derzeit wie so vielen Eltern. Mit ihren Töchtern Lisa (13) und Anna (9) betreiben sie Schule von Zuhause aus. „Wir kommen mit der Situation gut zurecht“, sagen sie. Zwischendrin wird dann auch mal ein Kuchen zusammen gebacken. Das Mittagessen fällt meistens aus, dafür gibt es dann einen Nachmittags-Kaffee-Snack nach getaner Schularbeit! An sonnigen Tagen machen wir einen Kurztrip in den Garten und wenn der Kurztrip doch etwas länger dauert, wird die Schule auf „morgen“ vertagt.

Typisches 6-Stunden Pflichtprogramm?!

Sobald wir mit dem Frühstück fertig sind, geht es an die Schularbeiten – mal schon angezogen, mal mit Schlafanzug. Die Aufträge lesen wir aus den E-Mails, die wir von den Lehrern zugeschickt bekommen. Bei Anna (4. Klasse Grundschule Mainburg) läuft alles über die Klassenleitung – diese kümmert sich um die Fächer Mathe, Deutsch und HSU. Das Schöne daran: Man startet mit dem Fach, auf das man Lust hat. Kein starrer Stundenplan. Am Anfang gab es mit den Emails ein wenig Kuddel-Muddel  – diese Problematik ist passé. Je länger wir in dieser Situation sind, desto mehr wird man zum Strategen.

Eifrige Kinder können heute auch schon die „nächste Woche“ bearbeiten. Selbstverständlich können die Kinder auch außerhalb der Gruppe sämtliche Übungen machen. Das Tolle ist, dass die Lehrer sehen, welches Kind in welchen Aufträgen noch Schwierigkeiten hat und können somit jedes einzelne Kind „individuell“ mit Aufgaben versorgen. Die Lehrer „sehen“, wieviel ein Kind „arbeitet“, aber auch „spielt“.

„Urlaubsfeeling haben die Kinder keines. Dafür schauen wir beim Hausaufgabenmachen nicht mehr so oft auf die Uhr. Auf Termindruck kann man zur Zeit Gott sei Dank verzichten.“

Kathrin Fankhauser, Mama und Ersatzlehrerin

Lernen mit der „Anton-App“

Wir nutzen seit ein paar Tagen die „Anton-App“ (eine Lernapp zum Üben, Lernen, Wiederholen und Spielen, die wir aufgrund der Klassenlehrerin installiert haben). Ja, ihr lest richtig, zum Spielen. Wenn man die Übungen mit drei Sternen abschließt, bekommt man eine Spielmünze, die man für einmal Spielen einlösen kann. Je mehr die Kinder üben, desto mehr können sie spielen. Die Lehrer können in der App die einzelnen Aufträge mit Pin-Nadeln versehen und die Kinder wissen somit gleich, was sie zu tun haben.

Ausnahmsweise haben jetzt die Eltern Recht

Die Struktur ist da, aber etwas gelockerter und flexibler – das macht alles ein wenig einfacher. Anna hat kein Urlaubsfeeling, aber auch keinen Schulstress. Wenn die Schularbeiten zu lange dauern, muss Pause gemacht werden – weil sonst nur „Scheiß“ rauskommt. Lisa geht’s gut mit der Situation, ihr ist eher langweilig, weil sie alles sehr flink erledigen kann – sie tut sich sehr leicht in der Schule. Wir schauen halt jetzt nicht mehr so oft auf die Uhr  – auf Termindruck kann man Gott sei Dank verzichten – das wirkt sich auch positiv aus. Bei uns hat es bisher bei Erklärungen von Seiten der Eltern geheißen: „Aber die Lehrerin hat gesagt, dass…“ – diese Situation gibt es nicht mehr. Es haben nur noch die Eltern recht

„Das Frühstücken ist jetzt weit entfernt von Hektik.“

Kathrin Fankhauser

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