Wolnzacher Weihnacht – ja, do muass i hi!

„Ja, is denn heut´scho´Weihnachten?“ Noch nicht, Herr Beckenbauer. Aber bald! Der Markt Wolnzach versprühte vergangenes Wochenende maximalen Weihnachtscharme. Was den Christkindlmarkt so besonders macht, lest Ihr hier.

Reportage von hallertau.de, Dezember 18, 2018
Ein Beitrag von Jessica Wiesenberger und Simone Huber

Lokalreporterin Simone war bereits auf zig Christkindlmärkten in der Region. Jessica hat als Eventplanerin ein geschultes Auge für kleine und große Veranstaltungen. Beide begaben sich ins Feld, um zu zeigen, warum die Wolnzacher so stolz auf ihren Christkindlmarkt sein können.

Mission Christkindlmarkt

Klar ist: Die Wolnzacher Weihnacht ist wie ein ungeplantes Treffen zwischen Freunden und alten Bekannten. Abgesehen davon ist es fast unmöglich, den leckeren Gerüchen von heißen Maroni, gegrillten Bratwürstl und Glühwein zu widerstehen. Schon kulinarisch gesehen kommt keiner an einem Besuch vorbei. Eines fiel Jessica von ZAM Eventplanung sofort positiv ins Auge:  Stände mit Fackeln auf ihrem Dach, Lichterketten in ansonsten kahlen Bäumen und grünen Tannen sorgten für das gewisse Plus. „Da haben sich die Zuständigen wirklich was einfallen lassen“, sagt sie. Am Rathausgeländer, in den ansonsten kahlen Bäumen, einfach überall verwirklichten sich die Lichtkünstler aus Wolnzach mit fantastischer Beleuchtung. „Wow-Moment“ vorprogrammiert.

Unsere Co-Autorin Jessica Wiesenberger

Jessica Wiesenberger ist Mitbegründerin von ZAM Eventplanung (Zusammen authentisch machen). Als gebürtige Wolnzacherin kennt und liebt die 28-Jährige ihren Christkindlmarkt und weiß, was ihn ausmacht.

Was das Herz begehrt

Das Christkindlmarkt-Reporterduo Simone und Jessica startet seine Tour bei der Rathaustreppe. Von da aus drücken sich die zwei erst einmal zur Urban-Chestnut Bude durch. Neben dem selbstgebrauten Bier macht der Stand von Simon Westermair mit den leckeren Maroni seinem Namen alle Ehre. Auch weniger „Alltägliches“ ist unter all den Schmankerln zu finden. Die Männer vom Stand des „Werk 13“ verkaufen zum Beispiel Exotisches wie den Frauentraum oder die würzige Chinasuppe. „Die hat ordentlich Pfiff, da friert´s einen nicht mehr so leicht“, finden Simone und Jessy. Fragt man bei den Wolnzachern nach, ob sie dennoch etwas vermissen, meinen manche: „Baumstriezel!“ oder  Rahmfleckerl und Schupfnudeln. Und da gäbe es ja auch noch den Flammlachs, und, und, und.

Das Ambiente muss stimmen

Und erst der herrliche Christbaum! „Ein richtiges Prachtstück am Rathausplatz“, findet Jessica. Dem schließt sich Simone gerne an: „Der ist heuer besonders schön“. Übrigens: Dort, wo der Wolnzacher Christbaum steht, ist so etwas wie ein „zweiter“ Christkindlmarkt entstanden. Einziger Wehrmutstropfen: Ein paar Wolnzacher meinten zu unseren beiden bummelnden Damen, es sei „a bissal schade“, der Christkindlmarkt sei in zwei Bereiche unterteilt. In Anbetracht der Menschenmenge stellt man sich zu Recht die Frage: Wie soll man denn die ganzen Leute sonst unterbringen?

„Früher, auf dem Volksfestgelände, hatte man irgendwie mehr Platz“ findet Besucherin Rosi. „Die Atmosphäre am Marktplatz ist jedoch bedeutend ansprechender“, sagt sie. Der gleichen Meinung ist Christine Brunner, die sich an Zeiten erinnert, da fand der Christkindlmarkt noch bei der evangelischen Kirche statt. Ein Impuls von Eventplanerin Jessica: Das Gefühl eines „Kernzentrums“ verstärken. Es ziehe sich doch alles ein bisserl auseinander. „Die kleine Lounge vor der Mariensäule ist eine zünftige Idee. Doch leicht einsam stehend und ohne Heizpilze“.

Ein Dankeschön zum Schluss

An dieser Stelle Lob, wem Lob gebührt: Der Markt Wolnzach hat mit viel Aufwand, Energie, Zeit und Liebe zum Detail den Christkindlmarkt geplant und umgesetzt. Unser Fazit: Dank den Organisatoren vom Marktreferat sowie allen weiteren fleißigen Helfern im Hintergrund gestaltete sich das dritte Adventswochenende im Markt perfekt. Wir freuen uns jetzt schon auf nächstes Jahr!

Hier die Antworten zu unserem aktuellen Sonntags-Quiz:

1. Die Weihnachtsinsel liegt im Indischen Ozean und gehört zu Australien. Ihren Namen erhielt sie von Kapitän William Mynors, der sie an Bord der Royal Mary am 25. Dezember 1643 erreichte. Statt Rentierschlitten und Winterwunderland findet man auf der Weihnachtsinsel ein tropisches Paradies vor. Die einzigen Bewohner, die hier im Winter im roten Outfit auf Wanderschaft gehen, sind die Weihnachtsinsel-Krabben (Gecarcoidea natalis). Jedes Jahr etwa im November suchen Millionen von Krabben ihren Weg vom Regenwald zur Küste, um dort ihre Eier zu legen. Sie verstopfen dabei in Massen die Straßen und durchqueren ganz ungeniert Gärten und auch Wohnungen.

2. Das Album hieß „Music from the edge of heaven“. Geschrieben hat den Song George Michael – angeblich zu einem ganz anderen Anlass, aber die Plattenfirma brauchte damals schnell ein Weihnachtslied und so wurde „Last Christmas“ geboren. Obwohl sich der Song bis heute millionenfach verkaufte und die Single in Großbritannien, Australien, Deutschland und Italien mit Platin ausgezeichnet wurde, erreichte der Weihnachtshit niemals die Spitze der Charts.

3. Die festliche Ansprache des Nürnberger Christkindls endet mit:„… und wer da kommt, der soll willkommen sein.“ Dieselbe Ansprache darf das Nürnberger Christkindl dann auch noch einmal ein Jahr später halten, allerdings auf englisch, im Christmas Village in Philadelphia. Dort haben die Amerikaner den Nürnberger Christkindlmarkt 2008 nachgebaut. Das Nürnberger Christkind wird seit 1969 per Wahlverfahren besetzt. Alle jungen Nürnbergerinnen im Alter zwischen 16 und 19 dürfen sich für den Traumjob bewerben, Hauptsache sie sind schwindelfrei und wetterfest.

4. Nachdem Kometen früher eher als Todes- und Unglücksboten galten, suchte man lange vergeblich nach einer alternativen Theorie. Mit modernen, wissenschaftlichen Methoden konnten einige Spezialisten jetzt Nachforschungen anstellen, die endlich Licht ins Dunkel bringen sollen. Sie vermuten, dass es sich um eine ungewöhnliche Planetenkonstellation handelte, bei der zwei Sterne am Nachthimmel so dicht beieinander standen, dass sie wie ein einziger, extrem hell leuchtender Stern wirkten. Laut dieser Theorie sollen die verantwortlichen Planeten damals Jupiter und Saturn gewesen sein.

5. Und so klingt das Ganze richtig:

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren: freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich o Christenheit!