5 Dinge, die man im Wald unbedingt tun sollte

Gerade die Deutschen haben spätestens seit Eichendorff eine ganz besondere Bezeihung zum Wald. Der wird jetzt anders erlebt als früher. Höchste Zeit deshalb, mal auf den Punkt zu bringen, was im Wald heutzutage alles möglich ist und was er uns an Wohltaten bieten kann.

Feature von Alfred Raths, Mai 28, 2019
1 | Baden unter Wipfeln

Die Heilkraft der Natur und vor allem die des Waldes wird hierzulande zunehmend bekannter. Aus Japan ist vor geraumer Zeit das „Waldbaden“ – dort Shinrin Yoku genannt – als traditioneller Bestandteil ganzheitlicher Gesundheitsvorsorge zu uns gekommen. Dabei geht es darum, die Geschwindigkeit herunter zu fahren, den Moment zu genießen und, seinen Sinnen folgend, einzutauchen in die Welt der Bäume. Waldbaden ist kein Spaziergang. Waldbaden ist etwa, sich eine halbe Stunde auf einen Baumstumpf zu setzen und den Geräuschen des Waldes zu lauschen. Verbindung aufzunehmen zur Natur. Ob und wie sehr Waldbaden wissenschaftlich belegbar ist, wird derzeit genauer erforscht. Ausprobieren kann’s aber freilich jeder sofort bei sich selbst. Ob nun mit oder ohne professionelle Hilfe.

2| Eine gar nicht hölzerne Begegnung

Mit verbundenen Augen einem Baum begegnen und ihn sich über den Tastsinn einzuprägen. Das kann eine im wahrsten Sinne des Wortes berührende Erfahrung sein. Es bedarf dazu eines bestimmten Bereiches mit mehreren Bäumen und eines führenden Partners, der die nicht sehende Person zu einem davor ausgesuchten Baum möglichst auf Umwegen begleitet. Die geführte Person muss nun versuchen, sich so viele Details wie möglich einzuprägen. Danach wird sie wieder auf einem Umweg zum Ausgangspunkt zurückgeführt. Aufgabe ist es nun, den Baum ohne Augenbinde wiederzufinden. Durch diese Aufgabe gewinnt man ein zuvor nicht erlebtes Bild der Pflanze und damit eine völlig neue Erfahrung.

3| Auf Schatzsuche

Wo liegt eine schillernde Vogelfeder, wer hat einen Fichtenzapfen gesehen, wer ein Knochenteil entdeckt? Mit ein wenig Übung finden Kinder und Erwachsene beim Waldbesuch vielerlei Naturschätze, die oftmals zur bleibenden Erinnerung werden. Außerdem bekommt man dabei ein Gefühl für die Vielfalt der Natur. Es kann später zuhause etwa ein Blatt-Memory entstehen oder eine kunstvolle Waldboden-Collage oder einfach eine Sammlung mit – leeren – Schneckenhäusern. Die lassen sich sogar bemalen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

4| Rama dama im Unterholz

Abfälle haben im Wald nichts zu suchen. Leider wir aber selbst an abgelegenen Wegen oder versteckten Plätzen vom Autoreifen bis zur Zigarettenschachtel illegal deponiert. Zumindest den „handlicheren“ Müll kann man, ausgerüstet mit einem kleinen Beutel sowie eventuell Einmal-Handschuhen, mitnehmen und später in der heimischen Restmülltonne entsorgen. Kinder finden es manchmal sogar geradezu abenteuerlich, mit einer Grillzange im Wald aufzuräumen. Bald stellt sich dann das gute Gefühl ein, aktiv etwas für die Umwelt getan zu haben.

5| Spuren lesen

Der Wald ist voller Spuren. Man muss sie nur erkennen und lesen können. Insbesondere die Anwesenheit von Säugetieren lässt sich beim Spurenlesen prima nachweisen. Und Spuren haben meist auch den Hauch des Geheimnisvollen. In Zeiten der Handy-Kamera können sie fotografisch dokumentiert werden. Sie lassen Einblicke in die Lebensweisen von der Tiere zu und tragen zu ihrer Identifizierung bei. Zum Beispiel Losungen, Nester, Federn oder Trittsiegel. Vieles erfährt man so über ein Tier, ohne es mit eigenen Augen gesehen zu haben. Bei der Spurensuche kommt es außerdem darauf an, alle seine Sinne einzusetzen. Wann gibt es sonst eine bessere Gelegenheit dazu?