Aufbruch in ein neues Zeitalter des Heimatjournalismus

Grußworte des Verlegers Dennis Kastner.

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Editorial von Hallertau.Info, September 10, 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Jahr feiert das Medienhaus Kastner, das in der Gründung des Wolnzacher Anzeigers seinen Ursprung hatte, sein 120-jähriges Bestehen. Vor diesem Hintergrund freut es mich umso mehr, Ihnen unser neues digitales Medienportal hallertau.de vorstellen zu dürfen.

Dennis Kastner

Vorstand Kastner AG

Tradition und Evolution

120 Jahre ist ein Jubiläum, wie es in unserer kurzlebigen Zeit nicht viele Unternehmen vorweisen können. Im Rückblick wird auch erkennbar, wie stark Technik und Märkte sich seit der Unternehmensgründung verändert haben – und wir uns mit ihnen. Die aktive Umsetzung von Innovationen ist sicher einer der Erfolgsfaktoren unseres Hauses. Mit hallertau.de werden wir journalistische Beiträge aus der Hallertau in neuer Form anbieten und weiterentwickeln.

Gerne zeige ich Besuchern des Medienhauses unser großes Zeitungsarchiv, welches das Vermächtnis meiner Vorfahren ist und eines der größten der Region. Es ist ein Ort der Nostalgie, der Geschichte greifbar macht. Wie stark sich auch die Gestaltung in Text und Bild verändert haben mag, was fortbesteht, ist der Kern unserer Tätigkeit: Identifikationsarbeit und Wertschöpfung für unsere Region zu leisten – und das mit unvermindertem Engagement und großer Begeisterung seit fünf Generationen.

Diese Werte leben nicht nur im neuen Medium weiter, sondern finden dank digitaler Möglichkeiten sogar eine neue, zukunftsorientierte Form des Ausdrucks. Noch nie zuvor gab es so viele Möglichkeiten und Kanäle, um Lesern und Usern Inhalte und Informationen zu kommunizieren und sie aktiv zu involvieren.

Nachhaltiger Lokaljournalismus braucht neue Wege

Das Verlangen nach „Heimatjournalismus“ in Zeitungsqualität ist nach wie vor präsent, allerdings nur selten in digitaler Ausführung vorhanden. Klassische Druckereien, die eine Heimatzeitung betreiben und sich für die Belange ihrer Region einsetzen, sind rar geworden. Deshalb möchte ich als Verleger einen neuen lokaljournalistischen Standard setzen und damit unseren unmittelbaren Lebensraum stärken. Bewusst widmen wir uns dabei der Nachhaltigkeit und auch den „langsameren“ Themen der Hallertau.

Allerdings bleibt es eine große Herausforderung, ein digitales Heimatmedium ökonomisch auf gesunde Füße zu stellen. Dafür gibt es auf dem Markt (Stand heute) kein gängiges Erfolgsrezept. Unser früheres Portal hallertau.info forderte monatlich hohen finanziellen wie personellen Einsatz: über sieben Jahre hinweg investierte das Medienhaus Kastner über 500.000 €, um der Hallertau kostenlos Lokaljournalismus und ein zusätzliches, unabhängiges Medium zu bieten. Eine idealistische Leistung, die aus unternehmerischer Sicht Anfang des Jahres auf den Prüfstein gestellt wurde. Interne Analysen und die Neuaufnahme der Unternehmenswerte zeigten jedoch, dass die Entwicklung der hallertau.de ein wichtiger Teil des ganzheitlichen Innovationsprozesses ist, den die Kastner AG 2018 begonnen hat.

Der hallertau.de liegt ein neues Geschäftsmodell zugrunde, das unserem Team und mir unter anderem einen innovativen Umgang mit der wirtschaftlichen Herausforderung bietet. So werden zur Refinanzierung nicht nur klassische Werbebanner herangezogen, sondern auch Formate wie Sponsored Content, Kooperationen oder crossmediale Marketingideen zum Einsatz kommen. Dadurch schaffen wir Synergien und steigern den Mehrwert für unsere Leser.

Einblicke hinter die Kulissen

Es dauerte einige Monate voller Analysen, Konzeptentwürfe und Tests, um die notwendige Neuorientierung zu gewinnen und das Know-how von Experten und aus Fortbildungen zu integrieren. Die Gerüchteküche hat ordentlich gebrodelt, wie es mit dem neuen Medium weitergehen würde, denn wir haben die Zusammenarbeit mit vielen freien Mitarbeitern eingestellt. Der Grund dafür ist, dass wir uns im Zuge des Relaunches dazu entschieden haben, verstärkt auf die Entwicklung des hausinternen Teams und eigenen Nachwuchses zu setzen. Damit wollen wir konzeptsicherer und kosteneffizienter werden, die Qualität und Kreativität der Beiträge und des Erscheinungsbildes erhöhen, sowie die Perspektive unserer Mitarbeiter im Unternehmen verbessern.

Geführt wurde der Prozess vom Marken- und Produktentwickler Philip Reitsperger, daraus hervor gingen unsere neuen Redakteure Lisa Schwarzmüller und Michael Urban, die eine beachtliche Entwicklung hingelegt haben. Außerdem haben wir Kapazitäten für Content Management, Lektorat sowie Branding- und Marketingkanäle geschaffen. So wurden ein Grundkonzept und eine funktionierende erste Version des Mediums etabliert, die wir nach den ersten Lernprozessen stetig weiterentwickeln. Wir nehmen nicht nur wöchentlich Verbesserungen vor, sondern planen und implementieren auch Erweiterungen wie zusätzliche Rubrikunterteilungen oder einen völlig neu gestalteten Eventkalender.

Unser neues Medium trägt den Namen seiner Region. Dies ist uns Ansporn und Verpflichtung zugleich – diesem Anspruch wollen wir gerecht werden.

Dennis Kastner