Bavaria trifft America – Burgerliebe im Salverbräu in Pfaffenhofen

Kennt ihr das? Eine enorme, kaum zu stillende, überwältigende Lust auf einen richtig guten Burger? Im Salverbäu in Pfaffenhofen wurde uns geholfen – mit einem bayerischen Twist.

Lisa Schwarzmüller
Feature von Lisa Schwarzmüller, Februar 8, 2020

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„Man hat sich’s fast nicht vorstellen können, wie es hier vor drei Jahren noch ausgesehen hat“, meint Barbara Kirzinger und lässt den Blick durch ihr Restaurant streifen. Zusammen mit ihrem Bruder Christoph übernahm sie im März 2017 die Gastätte Salverbräu im Herzen Pfaffenhofens. Über den Erfolg, den die Geschwister seither mit ihrer bayerisch-amerikanischen Fusion feiern, wirken sie selbst ein bisschen überrascht. „Es ist schon ein bisschen krass, was sich die letzten Jahre hier getan hat“, meint auch Christoph. Der 100 Jahre alte, denkmalgeschützte Bau wurde kernsaniert, für das gastronomische Konzept ihrer Speisekarte sind sie bis in die USA gereist und haben sich viel in der Restaurant-Branche herumgetrieben. Auch wenn sie eher durch Zufall in ihr Burgerglück gestolpert sind – ihrem Verpächter, Müllerbräu-Juniorchef und Spezl Manuel Müller, antworteten sie auf ein lockeres „Habt’s Lust?“ mit einem spontanen „Ja, warum ned?“ –, auf die leichte Schulter haben sie ihr Business nicht genommen. Denn die gelernte Tourismusexpertin und der Versicherungskaufmann legen Wert auf enge Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten wie der Metzgerei Krammer oder der Bäckerei Wiesender, handgemachte Qualität und ein stimmiges Konzept unter dem Motto „Tradition und Fortschritt“.

„Bei uns ist alles so regional wie möglich. Im Prinzip kann ich zu jedem unserer Lieferanten zu Fuß laufen.“

Christoph Kirzinger

Das Ambiente

Dunkelgraue Wände, schlichte Deko – der Salverbräu besticht durch moderne, klare Linien, ohne das klassisch-bayerische Erbe zu vergessen. An einem Freitagmittag tummelt sich hier alles: von der jungen Familienmama mit den Kids über mittagshungrige Bürohengste und Handwerker auf der Suche nach einer Feierabendhalbe. Aufgehoben sind alle drei Gruppen gut – ein Umstand, der Barbara Kirzinger wichtig war. „Wir wollten ein Restaurant machen, in dem sich jeder wohlfühlt, egal ob zum Sonntagsbraten, zur Taufe oder zur Mittagspause.“ Vor allem im Sommer dürften Biergartenfans ob des Angebots Schnappatmung entwickeln – gleich zwei Bereiche laden bei warmem Wetter zu hopfigem Sonnenbaden ein. Besonders erwähnen sollte man das junge Personal, das fix auf den Beinen ist und die Gäste mit einem motivierten Lächeln begrüßt.

Das haben wir gegessen

1 Cola: 3,40 Euro
1 Apfelschorle: 3,60 Euro
1 California Burger: 10,10 Euro
1 Chilli-Cheese Burger: 10,40 Euro

Vorher-Nachher-Bild

Billigstes vs. teuerstes Gericht

Beim Blick in die Speisekarte lacht unser hungriges Herz einmal laut auf – die Preise im Salverbräu sind mehr als angemessen. Für 7,90 bekommt man schon einen Burger von der ständig wechselnden Mittagskarte, für 2,90 werden arge Pommesgelüste gestillt. Will man mal spezieller speisen, sollte man sich ein Steak vom heißen Stein gönnen. Mit Beilagen bekommt man da ein Filet von der Metzgerei Krammer für 24,80 Euro.

Warum solltest du hingehen?

Beim Salverbräu ist alles mit viel Hand und Liebe gemacht: Weder kommen die Saucen aus der Tube noch die Burgerbuns aus der Tüte. Das Fleisch hat eine tolle Qualität und wird mit viel Fingerspitzengefühl zubereitet. Besonders erwähnen sollte man die Buns der Bäckerei Wiesender, die fluffig im Mund zergehen, aber trotzdem einen ganz eigenen Charakter haben – das ist in vielen Burger-Restaurants nicht selbstverständlich. Besonders den Stammgästen wird es bei Barbara und Christoph nicht langweilig, denn die beiden ändern und updaten regelmäßig ihre Speisekarte und probieren dann auch mal ausgefallenere Kreationen wie einen Hirschburger aus. Toll sind auch die etwas gesünderen Alternativen wie kreative Bowles und knackige Salate, die bei unserem nächsten Besuch definitv einer genaueren Betrachtung unterzogen werden. Freunde der klassischen bayerischen Küche können sich über Currywurst, Cordon Bleu und Co. freuen. Aber auch Fans des  Pfaffenhofener Müllerbäus werden fündig, denn zu einem üppigen Burgeressen passt ausgezeichnet das große Bierangebot der vielfach prämierten Brauerei. Unser Fazit: Hier werden bayerischer Charme und amerikanische Kulinarik zu einer sehr leckeren Liaison mit viel Stil vereint.

„Ein guter Burger? Es muss einfach passen, wenn man reinbeißt.“

Christoph Kirzinger

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