Der März im Kino-Check

Der Fasching ist vorbei und wer gehofft hat, dass mit ihm auch der Winter verabschieden würde, dürfte beim Blick aus dem Fenster eines Besseren belehrt werden. Wir bleiben also bei der Empfehlung, sich in beheizte Kinosäle zu flüchten und weiter auszuharren.

Andreas Binner
Feature von Andreas Binner, Februar 29, 2020

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1 | Die Känguru-Chroniken

Der Name Marc-Uwe Kling dürfte mittlerweile auch dem letzten halbwegs Interessierten in diesem Land bekannt sein und man fragt sich, wieso das mit dem Film überhaupt so lange gedauert hat. Nach zahlreichen erfolgreichen Büchern und Hörspielen kommt nun also die Verfilmung des exzentrischen Kängurus in die Kinos. Kling lässt es sich auch hier nicht nehmen, das Drehbuch gleich selbst zu schreiben und dem Erzähler seine Stimme zu schenken. Sich selbst spielt er jedoch nicht – diese Rolle übernimmt Dimitrij Schaad für ihn.

Für alle, die tatsächlich noch nie etwas von den Känguru-Chroniken gehört haben, hier eine kurze Zusammenfassung: Eines Tages steht plötzlich ein Känguru vor Marc-Uwes Haustüre und zieht mehr oder weniger ungefragt bei ihm ein. Vorlaut, frech und das komplette Gegenteil von ihm selbst, stellt es sein Leben mal eben auf den Kopf. Jede Konfrontation wird angenommen, für alles gibt es eine Ausrede. Wer die Bücher und Hörspiele liebt, wird von dem Kinofilm sicher nicht enttäuscht. Marc-Uwe Kling als Känguru ist hierfür ein sicherer Garant.

Kinostart: 5. März 2020

2 | Der Fall Richard Jewell

Atlanta 1996. Ein Wachmann findet während der olympischen Spiele eine Bombe und alarmiert die Behörden. Schnell wird er dafür als Held gefeiert, bis das FBI ihn selbst als möglichen Attentäter in Betracht zieht – und die Presse diese Theorie untermauert. Der Anwalt Watson Bryant (Sam Rockwell, „The Green Mile“) übernimmt die Verteidigung und sieht sich schon bald mächtigen Gegnern gegenüber. Clint Eastwood scheint auch mit 90 Jahren noch keine Lust zu haben, mit dem Regieführen aufzuhören. Und greift wie so oft zu gesellschaftskritischen Themen, denn der Film basiert auf einer wahren Begebenheit. Mit der Besetzung von Paul Walter Hauser als Wachmann, Olivia Wilde, Sam Rockwell und Kathy Bates vertraut er dabei auf etablierte Hollywood-Stars und schafft erneut einen spannenden und packenden Thriller.

Kinostart: 19. März 2020

3 | Narziss und Goldmund

Zwei Jungs in tiefster Freundschaft vereint. Zusammen aufgewachsen im Kloster, und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Während Narziss sich ganz dem Glauben Gottes und den Ritualen des Klosters verschreibt, zieht es den jungen und ungestümen Goldmund nach draußen in die Freiheit, um die Welt zu entdecken. Und so wird er eines Tages von Narziss fortgeschickt. Die unerwartete Freundschaft währt auch nach jahrelangem Wiedersehen, wenn die Umstände auch diesmal deutlich dramatischer sind. Hermann Hesses Buch dürfte fast jedem bekannt sein, ist es doch ein Klassiker unter den Schullektüren. Der preisgekrönte Regisseur Stefan Ruzowitzky schafft einen spannenden Film, der die Lebensweise von Narziss und Goldmund vor allem auf der Bildebene stark kontrastiert. Die düsteren Klostergemäuer auf der einen Seite und das farbenfrohe Leben außerhalb der Mauern, in denen sich Goldmund schon bald bewegt.

Kinostart: 12. März 2020

4 | Lady Business

Mia (Tiffany Haddish) und Mel (Rose Byrne) sind beste Freundinnen und haben mit viel Mühe ein eigenes Kosmetikstudio aufgebaut. Neben der Beautyberatung gibt es die eine oder andere Lebensweisheit gleich mitgeliefert – die beiden haben zu allem eine Meinung. Eigentlich keine schlechte Idee, wären da nicht die 439.000 Dollar Schulden. Um den Laden nicht schließen zu müssen, erhalten sie Unterstützung von der berühmten Kosmetik-Ikone Claire Luna (Selma Hayek). Doch die anfängliche Freude währt nur kurz, denn Luna hat keineswegs vor, die beiden zu unterstützen – sie möchte lediglich deren Ideen für ihr eigenes Unternehmen klauen. Doch da hat sie die Rechnung ohne Mia und Mel gemacht, die der Ikone schon bald den Kampf ansagen. Lady Business ist Komik, Frauenpower und viel Wortwitz in einem. Selmy Hayek in ungewohnter Rolle als überschminkte Kosmetik-Vogelscheuche gibt dem Film den letzten Kick. Auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Kinostart: 12. März 2020

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