Frauen – 6 gute Gründe für einen Wiedereinstieg ins Berufsleben

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Feature von hallertau.de, November 8, 2019

Oft bedeutet eine größere soziale oder familiäre Verantwortung immer noch eine Pause im Job oder eine starke Reduzierung der beruflichen Laufbahn einer Frau. Trotzdem soll man vor einem Wiedereinstieg in den Beruf nicht zurückschrecken, denn es gibt jede Menge gute Gründe für Frauen in die Arbeitswelt zurückzukehren, wenn sie es wollen und es für ihre Situationen Sinn macht. Wir geben euch sechs davon!

1 | Qualifikation

Die Anzahl an weiblichen Studienabsolventen hat sich innerhalb der letzten Generation auf circa 30% verdoppelt (taz). Und ein Studium erhöht die Chancen, die Türen zu Posten in der Wissenschaft, zu hochbezahlten Jobs und Führungspositionen aufzustoßen. Wenn nach dem Studium allerdings Kinder ins Spiel kommen, stecken viele hochqualifizierte Frauen in Teilzeitarbeit – und somit schlechteren beruflichen Positionen – fest, weil für die Kinder nur eingeschränkte Betreuungsmöglichkeiten existieren. Oft werden sie nicht entsprechend ihrer Qualifikation eingesetzt oder entsprechend bezahlt. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass viele Frauen auf Berufsausbildungen, Studienabschlüsse, Zertifikate oder Fortbildungen verfügen, die ein findiges Unternehmen gewinnbringend für sich einsetzen kann. Zeit für Personaler, die Rohdiamanten zu finden!

2 | Potential von Quereinsteigern

Nehmen wir das Beispiel von Frau Schmidt (KUS-Veranstaltung „Frauen zurück in den Beruf“, 2015).  Eigentlich hatte sie Buchhändlerin und Marketingkauffrau gelernt und 25 Jahre in der Verlagsbranche in München gearbeitet. Aufgrund der veränderten Marktlage war sie plötzlich arbeitslos, war aber mittlerweile umgezogen und musste sich in einer neuen Arbeitswelt branchenfremd umschauen. Ein regionaler Softwareentwickler gab ihr eine Chance als Softwaretesterin und Aufgaben sowohl in der externen als auch internen Kommunikation. Ihre Medienaffinität, ihr unerschrockener Pragmatismus und ihre Erfahrung aus der Verlagsbranche ermöglichten einer Quereinstiegerin wie Frau Schmidt ihre Arbeitsleistung in eine andere Branche zu übersetzen. Beschleunigt werden kann dieser Transfer durch Fortbildungen und eine gute Einarbeitung des Arbeitgebers.

3 | Soft Skills durch Familienmanagement

Nicht umsonst hat sich in den letzten Jahren der Beruf des „Familienmanagers“ verstärkt entwickelt. Kann sich ein Haushalt keine pädagogische Fachkraft leisten, sind es oft Frauen, die Haushalt und Familie schmeißen. Gefragt ist eine Vielzahl an Fertigkeiten in der Kindererziehung an sich und der Organisation des Familienlebens, wie zum Beispiel der Transport zu Kindergarten oder Schule, Hausaufgabenbetreuung, Arzttermine, Besorgungen und die Koordination von Freizeitaktivitäten. Dafür braucht es Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Empathie, Planungskompetenz, Improvisationstalent, Durchhaltevermögen, Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und vieles mehr. Nach dem „Bootcamp Haushalt und Familie“ können Eltern viele Unternehmen mit diesen Fähigkeiten bereichern, wetten?

4 | Ein frischer Blick

Wer aus dem Berufsleben ausscheidet – und wenn auch nur temoporär – überlasst anderen das Feld. Mitbewerberinnen und Kollegen ziehen gefühlt in der beruflichen Entwicklung vorbei. Eine düstere Prognose, die man aber auch gut von einer ganz anderen Seite und einem ganz frischen Blick betrachten kann. Während im Arbeitsalltag klammheimlich Strukturen verkrusten und sich eine gewisse Betriebsblindheit etabliert, sehen Wiedereinsteigerinnen die Welt mit anderen Augen. Sie bieten eine neue Perspektive und einen pragmatischen Ansatz. Denn eines ist ganz klar: Wenn die Familie daheim wartet, müssen Aufgaben schnell und effizient erledigt werden.

Das rege Interesse von Frauen an neuen beruflichen Möglichkeiten zeigt sich stets bei der KUS-Veranstaltung "Frauen zurück ins Berufsleben".

5 | Nachhaltigkeit

München, Regensburg oder Ingolstadt  sind als Ballungszentren wohl die beliebtesten Adressen in der Hallertau, an die Bewerber mit großen Ambitionen die Bewerbungsunterlagen schicken. Hat man dann den Arbeitsvertrag bei Werbeagentur, Personalabteilung und Co. unterschrieben, geht es dann los: entweder Umzug oder stundenlanges Auto- und Zugfahren. Dabei bieten auch das Land und die direkte Umgebung tolle Möglichkeiten, wenn Frau ein bisschen Offenheit mitbringt. Der Bewerbungsdruck ist meist nicht so hoch, da Verstärkung in Form von Fachkräften und motivierten Quereinsteigern in den mittelständischen Betrieben händeringend gesucht wird. Der wohl größte Pluspunkt dabei: Man spart Ressourcen und das gleich auf zweifache Art: Mutter Erde dankt mit einem erleichterten Aufatmen die kurzen Arbeitswege, die man vielleicht sogar mit dem Fahrrad erledigen kann, und man selbst hat plötzlich mindestens ein, zwei Stunden am Tag mehr übrig, die man sonst auf der Straße gelassen hätte.

6 | Frische Energie für neue Lebensabschnitte

Jahrelang Mama gewesen, monatelang nur am Krankenbett gewacht – da vergisst man ganz schnell, wer man selbst außerhalb der Familie sein kann. Ein neuer Job ist nicht nur eine Herausforderung. Man schlüpft wieder in eine neue Rolle und entdeckt, dass man seine Fähigkeiten noch an einer ganz anderen Stelle wertvoll einbringen kann: ein echter Boost für Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Noch dazu schafft ein beruflicher Neustart finanzielle Unabhängigkeit. Auch für Unternehmen birgt die damit zusammenhängende Neustartmotivation eine große Chance. Wer wieder einsteigt, möchte sich beweisen! Für beide Seiten eine Win-Win-Situation.