Hallertau-Insider: 5 Fakten über Mainburg

Kommt mit dem Hallertau.de-Stadtstreicher auf eine kleine Entdeckungstour und erfahrt fünf wohlbehütete Fakten über Mainburg.

Feature von Martina Weiher, Januar 4, 2019
Titelbild: Tobias Bayer

„Mainburg. Müssten die nicht auch eine Burg haben?“, hast Du Dich vielleicht schon einmal gefragt. Und die gab es tatsächlich. Oben auf dem Salvatorberg stand sie, leider dann abgebrannt von den Schweden. Viele klassische Sehenswürdigkeiten hat das kleine Städtchen nicht (mehr) zu bieten. Trotzdem gibt es einige spannende Seiten zu entdecken.

Wusstest Du, dass …

1 | eine Brauerei gleich zweimal die Mainburger Stadtkirche abfackelte?

Mainburgs Gotteshaus hatte es nicht leicht im Laufe der Geschichte! Die jetzige Stadtkirche ist bereits die sechste, die an dieser Stelle steht. Zweimal waren an der Zerstörung die Schweden schuld, damals im 30-jährigen Krieg. Aber auch die Lust der Mainburger am Brauen wurde dem Gotteshaus zum Verhängnis – und das nicht nur einmal. Im Jahr 1756 brach ein Brand unterm Sudkessel des benachbarten Aumerbräu aus. Der anschließende Stadtbrand vernichtete auch die Kirche. „Das passiert uns nicht noch einmal“, dachten die Mainburger und errichteten eine Sicherheitszone. Das Gässlein, genannt „Brandstatt“, kannst Du auch heute noch besuchen. Genutzt hat die Pufferzone allerdings wenig: Etwa 100 Jahre später brannte es erneut beim Aumerbräu. Und auch diesmal blieb die Kirche nicht verschont. Für die frommen Mainburger kein Grund, das Gotteshaus nicht einfach an derselben Stelle wiederaufzubauen – genügend Übung hatten sie ja.

Fotos: Tobias Bayer / Pinsker Druck und Medien

2 | Mainburg als Filmkulisse diente?

Kindheitserinnerungen werden wach! Weißt auch Du noch, aus welchem Spielzeugladen Dein erster Teddybär oder Deine erste Puppe stammte? Vielleicht sogar aus dem ehemaligen Spielzeugparadies in Mainburgs Innenstadt – dem von Friederike Schauer. Dessen große Schaufenster dienten als Kulisse im Film „Jenseits der Stille“. Das deutsche Drama erzählt von Lara, einem Mädchen gehörloser Eltern, das die Welt der Musik entdeckt. Manch einer mag kurz vor dem Filmdreh seinen Augen nicht getraut haben: Mitten im Sommer waren die Schaufenster in der Abensberger Straße voller Weihnachtsdekoration. Aber das hatte einen guten Grund. Mainburg zeigt sich dort von einer sehr romantischen Seite: verschneite Straßen vor einem herrlich beleuchteten vorweihnachtlichen Spielzeugladen. Für den Schnee sorgte übrigens die hiesige Feuerwehr – mit allerhand Löschschaum.

Fotos: ©Stadtmuseum Mainburg

3 | ein Mainburger der Erfinder der Kurzschrift ist?

Wie ein roter Faden zieht sich der Name Gabelsberger durch Mainburg. Seinen Ursprung nimmt der Name in Mainburgs ältestem Gebäude. Ein schlichtes Haus, vermutlich mit Steinen aus der ehemaligen „Mainhardsburg“ erbaut. Das Haus der Bäckersfamilie Gabelsberger ist Baujahr 1636, hat Brände und Kriege überlebt. Aus dieser Familie stammt Franz-Xaver Gabelsberger, der Erfinder der Kurzschrift. Nach der Einführung der Deutschen Einheitskurzschrift 1924 ging die Verbreitung des Gabelsberger Kurzschriftsystems zunehmend zurück. Auch Du wirst vielleicht stöhnen, wenn Du an die Strapazen beim Erlernen der Steno-Schrift denkst. Auf 200 Silben pro Minute brachte es der Steno-Erfinder, was für damalige Verhältnisse ein beträchtliches Tempo darstellte. Mit den heutigen Stenografen könnte er aber längst nicht mehr mithalten. Diese schaffen das Doppelte. Klingt zwar verstaubt, besitzt aber nach wie vor Aktualität: Im Bayerischen Landtag arbeiten auch im digitalen Zeitalter nach wie vor Stenographen. Es gibt sogar bayerische Meisterschaften in Kurzschrift. Ratet mal, wer die Team-Wertung im letzten Jahr gewonnen hat: die Mannschaft des Stenographen-Zentralvereins Gabelsberger.

4 | ein Weltmarktführer seinen Firmensitz in Mainburg hat?

„Heroes wear HAIX!“. Egal ob die Firefighters aus New York, das deutsche SEK oder der Ortsfeuerwehrler von nebenan: Sie alle sind Helden des Alltags. Sie alle haben eines gemeinsam. Sie tragen die Schuhe der Mainburger Firma HAIX. Groß raus kommen die Stiefel in den Werbespots, bei denen es an Action nicht mangelt: Hooligans in Aufruhr, und das vor heimischer Kulisse – direkt vor dem Mainburger Rathaus. Im Herbst letzten Jahres war der neue TV-Spot zu sehen.

Schon erstaunlich, dass aus einer kleinen Schuhmacherei mit 15 Angestellten innerhalb von 70 Jahren ein Weltmarktführer mit über 1.300 Mitarbeitern weltweit werden kann. Und das im kleinen Städtchen Mainburg. Früher war Firmenchef Ewald Haimerl selbst noch mit Gummistiefeln im Feuerwehreinsatz. Ein absolutes „No-Go“, wie man es heute ausdrückt. Deshalb hat der Schuhtechniker seine Vision in die Realität umgesetzt und einen High-Tech-Feuerwehrstiefel entwickelt. Mittlerweile werden jährlich 1,2 Millionen Paar Schuhe verkauft. Das wären für jeden Mainburger über 85 Paar Stiefel. Bald kannst auch Du die Schuhproduktion live mitverfolgen, wenn Ende Mai die HAIX-Erlebniswelt „Haix World“ mit seiner gläsernen Schuhfabrik eröffnet wird. Bald wird Mainburg somit um eine Sehenswürdigkeit reicher sein.

Fotos: ©HAIX

5 | über 300.000 Bienen auf einer Dachterrasse in Mainburg wohnen?

In Mainburg summt und brummt es! Allerdings nicht unten in den kleinen Gassen der Altstadt, sondern auf der Dachterrasse eines Verwaltungsgebäudes. Über 300.000 fleißige Bienen haben sich über den Dächern Mainburgs häuslich eingerichtet. Aber keine Angst, für die Bienenstöcke wurde eine sehr friedliche Rasse ausgewählt. Nicht nur im Stadtgebiet sammeln sie reichlich Nektar, sondern legen auf ihrer Nahrungssuche bis zu drei Kilometer zurück. So schwärmen die fleißigen Sammlerinnen durchaus bis nach Sandelzhausen oder Unterempfenbach. Bei guten Bedingungen liefern sie jährlich über 200 Gläser Honig. Ganz nebenbei sind sie auch kleine Lehrkräfte, denn der Bienenzucht- und Obstbauverein Enzelhausen betreibt dort ein Schulungszentrum. Wenn Du magst, kannst auch Du durch Glasfenster das emsige Treiben der Fluginsekten verfolgen.

Foto Bienenheim: ©Martina Weiher