Tradition trifft auf Innovation in der Alten Eiche

Simone Huber
Feature von Simone Huber, August 16, 2019

Wer steckt dahinter?

Die „Alte Eiche“ macht ihrem Namen alle Ehre. Sie zählt zu den ältesten Wirtshäusern in der Region und wird in dritter Generation von der Familie Vogt betrieben. Seit 2017 ist Sohn Julian Vogt der Küchenchef. Er gehört in gewisser Weise zu der Sorte der „haut cuisiniers“, bekocht er doch auch die U21-Fußball-Nationalmannschaft! Sein Vater Heinrich Vogt steht nach wie vor in der Wirtschaft, vor allem hinter der Schanktheke.

Die Vogts setzen stark auf Geschmack aus dem Pfaffenhofener Land. „Wir kaufen, wo es nur geht, die Produkte von regionalen Lieferanten“, betont der Seniorchef. Das Wild kommt von einem zertifizierten Staatsförster, das Obst und Gemüse von der Frucht-Ecke Pfab, der Kaffee aus Deimhausen. Daneben kann es schon mal passieren, dass sich die Speisekarte alle vier bis sechs Wochen ändert. „Man muss von Zeit und Zeit einen Kurswechsel einlegen“, weiß Heinrich Vogt. So wird die Menükarte je nach verfügbaren Produkten der Saison angepasst. Deshalb gibt es im Winter eben keine Erdbeeren.

Das Ambiente in der Alten Eiche

Zum kulinarischen Stil der Alten Eiche passt das rustikale und anheimelnde Interieur. Warme Hölzer, gedeckte Farben und schwarz-weiß Fotos von der Hopfenarbeit anno dazumal verpassen der Wirtsstube eine satte Portion „Alte-Welt-Charme“ mit Lokalkolorit. An der großzügigen Schanktheke mit Barhockern kann man sich gern mal mit den Bedienungen unterhalten. Die Stube ist überschaubar und nicht zu groß, sodass sich der Geräuschpegel im angenehmen Bereich hält. Nach dem Motto „Brotzeit ist die schönste Zeit“ ist man in der Alten Eiche allemal richtig.

Billigstes Gericht – Teuerstes Gericht

Feinschmecker mit dem Hang zum Besonderen bestellen sich eine Rosa Kalbsrücken mit Kartoffelspaghetti und Sommergemüse. Das Gericht ist mit 23 Euro das teuerste auf der Karte, gefolgt vom Rehrücken aus der Heimat mit Petersilienwurzel und Serviettenknödeln (22 Euro). Die Preise sind für die Qualität der Speisen jedoch absolut in Ordnung. Am günstigsten kommt man in der Alten Eiche natürlich mit den Vorspeisen, insbesondere den Suppen, weg. Da wäre einmal die – wohlgemerkt – kalte Buttermilch-Gurkensuppe mit Wassermelone, Chilli und Ingwer zum Preis von 5 Euro. Warme Suppen gibt es natürlich auch, z.B. die Petersilienwurzelsuppe für 5.50 Euro.

Das haben wir gegessen und getrunken

  • Schweizer Wurstsalat mit Bauernbrot – 9.50 Euro
  • Hausgemachte Schlutzkrapfen mit Spinatfüllung – 14.50 Euro
  • Zitronen-Thymian Crème Brûlée – 7 Euro
  • Rhabarberschorle – 3.20 Euro
  • Kleines Wasser – 2.10 Euro
  • Cappuccino – 3.50 Euro

Vorher-Nachher-Bild

Bis das Essen auf dem Tisch stand

Flink ist der Koch in der Alten Eiche. Man muss aber fairerweise anmerken, dass wir die ersten Gäste waren. Bis man uns das Essen kredenzte, vergingen etwa 15 Minuten.

Darum solltest du hingehen:

Für einen Besuch in der Alten Eiche gibt es vielerlei Gründe. Zum einen darf die traditionelle Wirtshauskultur auf keinen Fall aussterben. Wo immer es in der Hallertau Gasthäuser in Familienbesitz gibt, sollte man hingehen. Des bayerischen Gewissens halber. Es ist aber auch diese bayerische Traditionsküche mit neuem Anstrich, die die Alte Eiche auszeichnet. Wer eine g´schmackige Brotzeit à la Wurstsalat oder Kasbrett´l sucht, wird hier genauso fündig wie jemand, der die etwas gehobenere Küche sucht. Immer aber mit Heimatbezug und genial regional. Beeindruckt haben uns die Nachspeisen, die es nicht an jeder Ecke gibt. Habt ihr schon mal einen Heidelbeer-Schmarrn gegessen? Dann ab zur Alten Eiche! Dort gibt es sowohl den preiswerten Mittagstisch als auch die klassische Abendkarte. Ab 2020 beteiligt sich die Wirtsfamilie übrigens an der Initiative „Slow Food“ „Da verschreiben wir uns noch mehr der Regionalität“, verrät Heinrich Vogt.