Beim Weinschwärmer in Pfaffenhofen trifft Trüffel auf Tortellini

Bei Judith und Luciano gibt es feine, italienische Küche. Wir haben uns mal durchprobiert.

Lisa Schwarzmüller
Feature von Lisa Schwarzmüller, Juli 15, 2020

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Vom „totalen Loch“ zum kleinen Schmuckstück – seit Judith Deisenberger und Luciano Sette vor 12 Jahren das Traditionslokal im Herzen Pfaffenhofens übernahmen, hat sich hier einiges getan. „In den Gewölben war kein Strom, die Wände waren vollkommen schwarz vom ganzen Rauch, der Holzboden war kaputt“, erinnert sich Judith. Mit viel Liebe zum Detail haben sich die gelernte Konditorin und der Gastronom dem Gastraum angenommen. Diese Liebe spürt man dabei nicht nur bei der ungewöhnlichen Einrichtung. Luciano, der gebürtig aus der Nähe von Venedig stammt, verwöhnt seine zahlreichen Stammgäste mit seltenen Weinen und feiner, italienischer Küche aus ausgesuchten Zutaten. „Normale 6-Euro-50-Nudelgerichte kann man sich auch ganz gut daheim machen“, schmunzelt Judith. Mit dem klassischen „08/15“-Italiener hat ihr gastronomischer Ansatz deswegen nichts zu tun. In Lucianos Küche findet man eher ungewöhnliche Kombinationen und Zutaten: Trüffel, Pflaume, Kastanie… na, läuft das Wasser schon im Mund zusammen?

Wirt Luciano Sette und Bedienung Natalia haben ein Auge auf ihre Gäste.

Das Ambiente

Betritt man den Weinschwärmer, weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. In jeder Ecke finden sich Sprüche, Figuren und Bilder, viele entdeckt man erst bei genauerem Hinsehen. Bei einigen handelt es sich um so genannte „Moriskentänzer“ von Erasmus Grasser, einem weltberühmten Münchner Bildhauer, dessen Werke mit zu den stolzesten Besitztümern des Münchner Stadtmuseums gehören. „Die großen sind besonders wertvoll“, meint Judith. Als bekenndende Flohmarktfans haben die beiden über Jahre die Figuren gesammelt, die dem Restaurant nun eine fast schon antiquare Aura verleihen. Das sanfte Licht macht es heimelich und gemütlich und auch den kleinen Biergarten sollte man trotz des beeindruckenden Innenraums nicht außer Acht lassen. In direkter Nachbarschaft zur Sparkasse sitzt man hier inmitten von gut gepflegten Pflanzen, die für eine gemütliche Privatssphäre sorgen. Kein Wunder, dass viele Stammgäste des Weinschwärmers junge Pärchen in ihren 20ern sind.

Das haben wir gegessen

1 Glas Lugano: 3,90 Euro
0,5 l Hauswein: 11,00 Euro
2 Flaschen San Pellegrino: 13,00 Euro
Vitello Tonnato: 9,80 Euro
Meeresfrüchtesalat: 12, 80 Euro
Scampi- und Sepiagrillteller: 22,80 Euro
Tortellini mit getrüffelten Steinpilzen: 14, 60 Euro
Panna Cotta: 5, 80

Warum solltest du hingehen?

Unser ultimativer Maßstab bei italienischem Essen ist das Vitello Tonnato, und das hat uns im Weinschwärmer restlos überzeugt. Nicht nur war es handwerklich hervorragend zubereitet, mit der leichten Trüffelnote gab es auch noch ein unerwartetes Extra oben drauf. Bedient hat uns Natalia, die sich nicht nur viel Mühe damit gab, das Essen zügig zu uns an den Tisch zu bringen, mit ihr gab es auch noch einen netten Plausch oben drauf. Und seien wir ehrlich: Diese Gastfreundschaft macht fast genauso viel aus, wie ordentliches Futter auf dem Teller. Obendrauf beweisen die Tortellini mit Steinpilzen und Trüffeln, wie toll und fantasievoll man vegetarische Gerichte interpretieren kann. Zu erwähnen ist auch noch die Weinkarte, die neben den üblichen Verdächtigen ,wie einem erfrischenden Lugano, mit italienischen Raritäten aufwartet.

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