4 mal Inspiration für herbstliche Fernsehabende

Herbst - das heißt nicht nur nasskaltes Wetter und windige Böen sondern auch kuschlige Fernsehabende ohne schlechtes Gewissen, dass man draußen etwas verpassen könnte. Wir haben Wolnzacher nach ihren persönlichen "Must-Sees" gefragt!

Feature von Lisa Schwarzmüller, Oktober 30, 2018

Gruselig schauriger Regen prasselte auf die Wolnzacher nieder bei der diesjährigen Herbstdult, nur einige Hartgesottene trotzten dem kalten Wind. Der Sonntagabend schrie förmlich nach einer dicken Decke, einem Glühwein, einer Couch und einem gemütlichen Film. Also, was flimmerte denn bei den Wolnzachern an diesem Abend über die Mattscheibe? Wir haben die eingemummelten Horden bei der Dult nach Inspiration für den nächsten verregneten Herbstabend gefragt – bequem in Kategorien vorsortiert!

1 | Was für’s Herz: „Zwei an einem Tag“

Wenn es draußen kalt wird, sollte es einem am besten von innen heraus warm werden. Das findet zumindest Ulrike, die uns den ersten Tipp kredenzt. „Ich hab mir den Film vor kurzem mit meiner Tochter angesehen und war unglaublich begeistert“, meint sie, während eine Windböe ihr das haselnussbraune Haar zerzaust. „Zwei an einem Tag“ – das sind Emma Morley (Anne Hathaway) und Dexter Mayhew (Jim Sturgess), die das Publikum mitnehmen auf eine Reise durch ihre beiden Leben, mal miteinander verschränkt, mal voneinander gelöst.

Besonders raffiniert: Man trifft die beiden immer am selben Tag, den 15 Juli. Die Vita der beiden Protagonisten könnte dabei nicht unterschiedlicher verlaufen: Emma entwickelt sich von der mittellosen Schriftstellerin/TexMex-Kellnerin zu einer inspirierten Lehrerin, während Dexter sich als einst gefeierter TV-Star immer weiter von seinem  Glamourleben entfremdet und sich immer weiter hinein in lieblose Bekanntschaften und drogenerfüllte Nächte begibt. Sie sind ein ungleiches Paar und gerade dadurch halten Dexter und Emma den Zuschauern brillant die eigenen Vorurteile vor. Toller Nebeneffekt: Auch modisch machen die beiden alles mit, was die 80er, 90er und 2000er zu bieten haben. Schwelgen in eigenen Outfitsünden also garantiert!

2 | Was für die Ohren: „The Doors – When you’re strange“

Diese Dokumentation ist eine ganz besondere Empfehlung – und zwar direkt aus der Hallertau.de-Redaktion. Auch wenn man mit der Band an sich nicht viel am Hut hat, die Geschichte dahinter verspricht Gänsehaut. Im Mittelpunkt steht Jim Morrison, gefeierter Poet und Sänger des 60er-Jahre-Phänomens The Doors, vor allem mit seiner Fähigkeit, die Massen bis zum Exzess zu begeistern.

Alleine für die Originalaufnahmen des legendären Miami Dinner Key Auditorium Konzerts, bei dem Morrison am Ende wegen der angeblichen Entblößung seines Genitals verhaftet wird, lohnt sich ein Blick in den Film und wirft die Frage auf: Wann hat man selbst zum letzten Mal einfach nur die Magie des Moments passieren lassen? Hat man heutzutage überhaupt noch eine so innige Beziehung zur Musik? Ach ja, und dann sind da noch die sensationellen Songs der vier Amerikaner und die traurige Geschichte vom frühen Tod ihres Frontmanns. Ein Muss für Doku- und Musikliebhaber!

3 | Was für den Bauch: „Grießnockerlaffäre“

„Wenn I a moi wieder richtig Lust auf an ordentlichen Brüller hob, geht nix über die Geschichten von Rita Falk“, erklärt Josef auf unsere Frage hin, welcher Film für ihn noch jeden verregneten Sonntagabend gerettet hat. Die „Griesnockerlaffäre“ ist die erste Verfilmung von Rita Falks Heimatkrimis um den bayerischen Polizisten Frank Eberhofer (Sebastian Bezzel) und hat – wie auch schon die Romanvorlagen – vor allem im Freistaat für viel Furore gesorgt. Josef weiß auch warum: „Die Bayern haben einen eigenen Humor und den spiegelt der Film wider.“ Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte sich bereit machen für gesalzene Sprüche, merkwürdige Irrungen und Wirrungen und familiäre Dramen, wie sie nur im tiefsten bayerischen Land zu finden sind. Wir empfehlen dazu – wie sollte es anders sein – eine Griesnockerlsuppe, um die letzten nasskalten Windböen endgültig zu vertreiben.

4 | Was für den Kopf: „Kaiserschnitt – Die Kontroverse“

Manuela ist selber Mama, und hat ihre kleine Tochter per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. „Als ich auf Arte diese Doku gesehen habe, war ich ernsthaft schockiert“, verrät sie, als wir sie auf dem Weg zum Hopfenmuseum antreffen. Kernaussage des Films: In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich die Anzahl der Kaiserschnitte in den Industrienationen mehr als verdoppelt, immer weniger Kinder kommen auf natürlichen Weg auf die Welt. „Ich hätte mir sehr gewünscht, mein Kind ohne Kaiserschnitt zu bekommen, bei mir hat es aus medizinischen Gründen nicht geklappt“, erklärt Manuela weiter. Umso beeindruckender war die 55-minütige Sendung für sie. Was sind die Folgen dieser Kaiserschnitt-Euphorie? Ein Blick in die Arte-Mediathek liefert hierfür Antworten. Dort ist die Doku ohne weitere Kosten abrufbar.