Die neue Lust am „ZAM“- Kochen

Kochen ist wieder in Mode gekommen. Unzählige neue Kochbücher und Kochshows zeugen davon. Jessica Wiesenberger vom Bistro-Tandem in Wolnzach springt mit ihren „ZAM“-Kochabenden auf den Zug auf.

Simone Huber
Feature von Simone Huber, Februar 27, 2019

Essen, Trinken, Schlemmen und Lernen: Für ein gemeinsames Live-Cooking muss man nicht bis nach München fahren. Dafür kann man in Wolnzach bleiben. Die erste Adresse für unvergessliche gemeinsame Kochabende ist das Bistro Tandem in der Auenstraße 4. Jessicas Devise: Durch gemeinsames authentisches Machen (ZAM-Machen) fallen die Masken am schnellsten.

„Ich möchte die Leute beim gemeinsamen Kochen z´ammbringen.“

Jessica Wiesenberger, Eventplanerin

Schürze an und los geht´s

Nach einer ersten erfolgreichen Runde beim “ZAM-kochen” ging es am Dienstagabend in die zweite Runde. Chefkoch war der grandiose Küchenmeister Florian Axthammer. Er hat schon beim legendären Stanglwirt in Österreich gekocht. Seine Gerichte bleiben dennoch einfach und driften nicht in die abgehobene Welt der „Haute-cuisine“ ab. Unter Anleitung des Küchenmeisters zauberten die Teilnehmer am Ende des Tages vier verschiedene, leckere Tellerkreationen.

Heute auf dem Teller: „Bunte Leckerei“

Den Anfang machte als appetitanregendes „Amuse-guele“ (frz. Mundfreude) ein „Lila Mousse im Glas“, gefolgt von Garnelen mit Eblysotto, frittierten Glasnudeln und Ofentomaten. Den Hauptgang bildet eine Tellerkreation aus Pulled Pork mit pikanter Süßkartoffel, heimischen Wurzeln und hausgemachtem Naan, ein aus Joghurt zubereitetes Fladenbrot. Griesknödel mit Nugatkern auf Waldbeeren und Vanillesoße mundeten als Dessert hervorragend.

„Kochen ist nicht nur Chefsache! Kochen hat einen großen sozialen Aspekt. Es ist eine Teambuildingmaßnahme.  Beim ZAM-Kochen stehen die Teilnehmer von Beginn an miteinander am Herd.“

Flo Axthammer, Koch

Kochen soll Spaß machen

Dass gemeinsames Kochen den Teamgeist weckt sowie die Kommunikation fördert, liegt auf der Hand. „In der Küche muss jemand Zwiebeln schälen und Karotten schneiden, auch wenn das nicht zu den beliebtesten Aufgaben gehört. Die Kartoffeln müssen zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein, damit das Essen rechtzeitig auf den Tisch kommt. „Das alles mit dem Ziel, dass sich die Leute ungezwungen näherkommen“, erklärt Jessy Wiesenberger.

Jessy und Flo geht es also weniger darum, sich bekochen zu lassen oder trockene Anweisungen zu vergeben. „Wir wollen kein VHS-Kurs sein“, erwidert Küchenmeister Flo. Das ist viel unterhaltsamer und am Ende des Tages auch lehrreicher. Nach knappen drei Stunden wird der letzte Gang kredenzt. Die Tafel ist ansprechend gedeckt, Jessica erweist sich als die perfekte Gastgeberin. „Ich platze gleich. Es hat einfach so gut geschmeckt“, sagt Teilnehmer Georg nach dem letzten Bissen von seinem Naan. Er will beim nächsten Mal definitiv wieder dabei sein. Die anderen auch.