Hofläden in der Hallertau #6: Die Boderei

Einkaufen wie anno dazumal, als es sie noch gab - die süßen Tante-Emma-Läden. So ein Vintage-Gefühl erfasst einen beim Besuch der Boderei in Sandharlanden. Beim Sortiment überrascht der Laden mit enormem Umweltbewusstsein.

Simone Huber
Feature von Simone Huber, Juni 30, 2019

Es war einmal ein Kramerladen… Vor 50 Jahren fand man die kleinen Geschäfte, in denen es von Kernseife bis Suppenbrühe alles  zuhauf gab. Wer ins niederbayerische Sandharlanden fährt, der entdeckt nahe des Ortskernes die „Boderei“ – einen modernen und auf Plastikmüllvermeidung ausgerichteten Tante-Emma-Laden, bei dem alles Bio und regional ist.  Seit 1965 gibt es das Geschäft, 2018 hatte Enkeltochter Luisa Brummer die Vision, dem Kramerladen wieder neues Leben einzuhauchen. In ihrer Form ist die Boderei absolut einzigartig und wirklich einen Besuch wert!

Boderei – Was gibt es da:

In der Boderei gibt es alles, was ein Dorfladen braucht. Direkt zum Abfüllen und möglichst ohne Plastikverpackung. Hafer, Weizen, Dinkel, Kaffee, Gries, frisches Obst und Gemüse, Bio-Käse und Bio-Fleisch, Milchwaren, Brot und Semmeln, Körperpflege, ja selbst Schuhe hat die Boderei. Hier findet man alles, was es im Supermarkt auch gibt, nur eben in  viel „bewussterer“ Form. Die Ware stammt von kleinteiligen Händlern und Höfen aus der Region. Die Schokolade aus Kelheim, die Nudeln aus Weltenburg, die Kürbiskerne aus Regensburg. Außerdem backt Luisas Oma am Wochenende frische Brezen, die in den Verkauf gehen.

Boderei – spannend zu wissen:

Das Konzept des Unverpackt-Dorfladens geht bestens auf. Die Nachfrage nach unverpackter Ware hat sich inzwischen verfünffacht! Luisa Brummer möchte bewusst zurück zu den Wurzeln gehen. Sinnvolle statt -lose Verpackung lautet ihr Vorsatz. Sie betreibt den Laden in vierter Generation. Ihr Opa hat im Nebenraum – vor rund 50 Jahren – schon Zähne gezogen und Haare geschnitten. Er war „approbierter Bader“, ein Beruf, der mittlerweile ausgestorben ist. Zudem gibt es in der Boderei ein Doppelsortiment von klassisch verpackter Ware und „loser“ Ware. Es ist also nicht alles, aber vieles verpackungsfrei.

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

GHANDI

Unsere Hofläden

Hier stellen wir Dir die kleinen, aber feinen Hofläden der Hallertau vor. Denn auch heute gibt es sie noch, die Leute, die regional produzieren und verkaufen. Nur finden tut man sie nicht so leicht – das möchten wir ändern! Denn es gibt in der Hallertau ein paar Schätze zu heben: Obst, Gemüse, Eier, Brot, Molkereiprodukte, Wurst, Fleisch, Getränke und noch ein paar Sachen mehr. Schau immer mal wieder rein, dann zeigen wir Dir die Geheimtipps, die sich zwischen Hügeln, Hopfenfeldern und Wäldern verstecken.

Weitere Hofläden:
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Hofläden in der Hallertau #2: Naturgarten Schönegge
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Hofläden in der Hallertau #4: Hallertau Lamas
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