Genuss meets Heimatgeschichte: Der Gasthof Bogenrieder in Waidhofen

hallertau.de
Feature von hallertau.de, Januar 8, 2020

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Zufällig kommt man am Gasthof Bogenrieder in Waidhofen als Auswärtiger vermutlich nicht vorbei. Doch es lohnt sich definitiv dem Wirtshaus einen Besuch abzustatten. Wir versprechen: Es wird nicht bei einem bleiben.

Wer steckt dahinter?

Der Gasthof Bogenrieder befindet sich seit circa 1900 in Familienbesitz und wird mittlerweile in vierter Generation von Sieglinde Bogenrieder geführt. Tatkräftige Unterstützung bekommt sie von ihrem Ehemann Jörg Dietrich und ihrem Team.

Gasthof Bogenrieder

Ringstraße 5
86579 Waidhofen
08443/1033

Öffnungszeiten:
Mo-Sa: ab 17:00 Uhr
Mi & Do: Ruhetag (außer an Feiertagen)
Sonn- und Feiertage: ab 11:00 Uhr

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Das Ambiente im Gasthof Bogenrieder

Wenn man den kleinen Gasthof neben der Waidhofener Kirche betritt, merkt man sofort: Da steckt viel Liebe und Herzblut drin. Ohne viel Schnickschnack, typisch bayerisch und dennoch unheimlich gemütlich kommt die Inneneinrichtung daher. Viel Holz, warmes Licht und ein Wintergarten mit Blick ins Grüne – da lässt es sich ohne Zweifel aushalten.
160 Plätze im Innenbereich und nochmal so viele im Biergarten laden zum Verweilen und Genießen ein. Der Biergartenbesuch muss natürlich aktuell leider noch etwas warten. Wer mit bis zu 13 Personen gerne für sich sein möchte, kann die finnische Grill-Kota samt Bewirtung im Garten mieten.

Speisekarte

Das teuerste Hauptgericht (Zwiebelrostbraten aus der Rinderlende mit Röstzwiebeln und Bratkartoffeln) kostet 17,90 Euro. Ansonsten liegen die Preise durchschnittlich bei 10 bis 15 Euro – aufgeteilt auf eine Empfehlungskarte (z.B. Ochsenbraten oder Wildschweinbraten) und die Standards (z.B. Käsespätzle oder Schweineschnitzel).
Salatliebhaber können aus fünf verschiedenen Salaten (der günstigste 7 Euro, der teuerste 10,90 Euro) wählen. Die kalten Brotzeiten kosten zwischen 7,30 Euro und 7,90 Euro. Wer dann noch nicht satt ist, kann sich eines von vielen Desserts (3,50-6,20 Euro) schmecken lassen.
Einige Überraschungen finden sich auch auf der Getränkekarte: Dinkelbier, 5-Korn-Urbier, Guinness, Schnäpse und Cocktails rahmen Klassiker wie Weine, Kaffee in sämtlichen Variationen, alkoholfreie Getränke und heimische Biere ein.

Das haben wir gegessen und getrunken:

  • Kleiner gemischter Beilagensalat – 3,50 Euro
  • Duett von gegrilltem Ziegenkäse mit Thymian und Honig und Räucherlachs mit Honig-Senf-Dip dazu Kartoffelrösti – 11,90 Euro
  • Rosa gebratene Entenbrust mit Kartoffelknödel – 14,90 Euro
  • Blaukraut – 2,50 Euro
  • 3erlei Süßkram (geeister Mohnguglhupf, Mousse au Chocolate dazu Joghurt-Panna Cotta mit Fruchtmus) – 6,20 Euro
  • Tafelwasser (0,5l) – 2,90 Euro

Specials for kids

Für Kids gibt es bei Bogenrieders nicht nur eine eigene Kinderkarte mit speziellen Gerichten, z.B. Grillwürstel mit Ketchup und Pommes (4,50 Euro), Spätzle mit Soße (3,20 Euro) oder Fischstäbchen mit Kartoffelsalat (4,50 Euro), sondern sogar ein eigenes kleines Reich: der Mäusekeller. Dort können die Kleinen spielen, klettern, rutschen, toben und laut sein (nach Vereinbarung gerne auch an Kindergeburtstagen).

Besonderer Tipp: Führungen nach Hinterkaifeck

Es ist der wohl spektakulärste ungeklärte Mordfall der ganzen Region. In der Nacht vom 31. März auf den 1. April 1922 wurden auf dem Einödhof Hinterkaifeck (sechs Kilometer von Schrobenhausen und 500 Meter von Gröbern entfernt) alle sechs Bewohner auf grausamste Art und Weise mit einer Reuthaue ermordet. Der genaue Tathergang bleibt bis heute ein Mysterium, der Mörder ein Phantom.
Gehört hat von dem Mord wahrscheinlich jeder schon mal – schließlich befasst sich auch der Kriminalroman „Tannöd“ mit diesem dunklen Teil unserer Heimatgeschichte. Und genau darum geht es auch bei den Führungen, die Sieglinde Bogenrieder vor 15 Jahren ins Leben gerufen hat. „Wir wollen die Teilnehmer gedanklich in die damalige Zeit zurückversetzen. Uns geht es um Heimatgeschichte, nicht um Grusel oder Horror“, betont Sieglinde Bogenrieder.
Los geht es immer mit einem saisonalen 3-Gänge-Menü im Wirtshaus. Dann wandert die Gruppe mit Laternen nach Hinterkaifeck – der Hof steht zwar schon lange nicht mehr, dennoch überkommt einen am Marterl ein unheimliches Gefühl. Wieder zurück gibt es einen Punsch am Lagerfeuer und das wohlverdiente Dessert.
Die Nachfrage ist groß, deshalb lohnt es sich die Teilnahme etwas weiter im Voraus zu planen. Aktuelle Verfügbarkeiten der Termine (Ende September bis Ostern) und Infos zur Anmeldung findet ihr auf der Homepage.

Warum solltest du hingehen?

„Wirtshaus verbindet“ – nach diesem Motto, das auch auf den T-Shirts der Angestellten nachzulesen ist, lebt und arbeitet man beim Bogenrieder. Und der Blick aufs Handy zeigt: Das ist wörtlich gemeint. WhatsApp, Facebook, Instagram und Co. müssen bis Zuhause warten. Der Empfang ist grottig. Und das ist auch gut so: in gemütlicher Atmosphäre essen, aus dem Alltagstrott rauskommen und sich mit seinen Begleitern unterhalten. Ganz ohne digitale Versuchung.
Die kulinarische Versuchung ist dafür umso größer. Traditionelle, regionale Gerichte mit modernem Charme warten darauf, verspeist zu werden. „Wir haben nebenher noch eine kleine Landwirtschaft mit Metzgerei. Convenience-Produkte gibt es bei uns nicht. Wir kaufen regional ein“, betont Sieglinde Bogenrieder. Besonderes Highlight in Waidhofen: Die Spargelzeit, in der Spargel aus eigenem Anbau serviert wird. Den bauen die Bogenrieders übrigens ohne Folie an.

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